Alessandro Giaquinto Stuttgarter Balletttänzer schreibt Roman

Der Stuttgarter Tänzer Alessandro Giaquinto hat den Roman „La forza di chi non è solo“ veröffentlicht. Foto: Daniele Silingardi /Daniele Silingardi
Der Stuttgarter Tänzer Alessandro Giaquinto hat den Roman „La forza di chi non è solo“ veröffentlicht. Foto: Daniele Silingardi /Daniele Silingardi

Der lange Lockdown setzt in Künstlern neue kreative Energie frei. Alessandro Giaquinto, Tänzer des Stuttgarter Balletts, legt nun seinen ersten Roman vor.

Kultur: Andrea Kachelrieß (ak)
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Stuttgart - Multitalente gibt es in den Reihen des Stuttgarter Balletts immer wieder. Tänzer tanzen nicht nur, sie choreografieren und gestalten neben Tanzstücken manchmal auch Kostüme. Musiker, Fotografen, bildende Künstler hat es ebenfalls immer wieder in den Reihen der Kompanie gegeben. Doch ein Schriftsteller? Alessandro Giaquinto betritt da vielleicht nicht nur für sich Neuland. Der aus Italien stammende Tänzer, der 2016 seine Ausbildung in Stuttgart an der John-Cranko-Schule abschloss und danach vom Stuttgarter Ballett übernommen wurde, legt nun seinen ersten Roman vor.

Frage nach dem Scheitern

„La forza di chi non è solo“, was übersetzt ungefähr „Die Kraft dessen, der nicht allein ist“ bedeutet, ist im Dialoghi-Verlag erschienen. Der Tänzer, der bereits auch schon als Choreograf in Erscheinung getreten ist, erzählt in seinem Debütroman von sechs Menschen, die zerbrochene Beziehungen rekapitulieren und sich im Rückblick nach den Gründen des Scheiterns fragen. Erinnerungen an sehr unterschiedliche Formen der Liebe – zu Geschwistern oder zu Eltern, zu sich selbst oder zum gleichen Geschlecht – erscheinen nicht chronologisch, das Chaos im Kopf der Protagonisten spiegelt Giaquinto in einer fragmentierten Erzählweise.

„Ich war an diesem Morgen mit einer unerklärlichen Lust auf gekochte Artischocken aufgewacht.“ Dieser Satz, so Alessandro Giaquinto, sei zuerst dagewesen und habe den Schreibprozess ausgelöst. Der Tänzer und Choreograf nutzte in den vergangenen zwei Jahren seine freie Zeit zum Schreiben und brachte seinen knapp 200-seitigen Roman auf Reisen, im Zug und in Cafés voran.




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