Alexander Zverev in Stuttgart Erst in die Wilhelma, dann ins Finale

Klare Fingerzeige in Stuttgart: Tennisstar Alexander Zverev. Foto: Baumann

Alexander Zverev hat tierischen Spaß in Stuttgart. Nach einem Besuch in der Wilhelma zieht der Tennisstar auf dem Weissenhof ins Finale ein.

Sport: Marco Seliger (sem)

Alexander Zverev hat tierischen Spaß in Stuttgart. Spätestens zum Wochenende hin wurden die Tage für den deutschen Tennisstar sogar zum tierischen Vergnügen, und das im Wortsinn. Nach seinem Finaleinzug am Samstagmittag auf dem Weissenhof bei den Boss Open durch ein spannendes und bisweilen hochklassiges 7:6 (10:8), 7:6 (7:1) gegen den US-Amerikaner Ben Shelton berichtete der Hamburger von seiner Vorbereitung aufs Halbfinale am Freitagabend: Sie fand in der Wilhelma statt.

 

„Wir haben viele Kinder hier mit von meinem Bruder und mir“, sagte Zverev übers Stadionmikrofon auf dem Center Court nach seinem Halbfinale: „Die Kids müssen wir ein bisschen unterhalten, deswegen waren wir am Freitagabend noch im Zoo. Das war wunderschön, ihr habt hier einen super Zoo.“

Neben den beiden Kindern von Bruder Mischa ist auch Alexanders vierjährige Tochter Mayla in dieser Woche in Stuttgart dabei – ansonsten lebt sie bei ihrer Mutter in Berlin. Zverevs Mutter Irina, die wegen ihrer Anspannung ohnehin kaum Spiele ihres Sohnes live auf den Courts dieser Welt verfolgt, passt während der Spiele in Stuttgart auf ihre Enkelin auf. Vater und Trainer Alexander Senior ist wie gewohnt dabei.

Ob der Opa mit seinen Enkeln nun auch am Freitagabend in der Wilhelma mit von der Partie war, ist nicht überliefert. Fakt ist: So richtig erholt hat sich Alexander Zverev im Zoo nicht, im Gegenteil. Denn tierisch fiel das Vergnügen nicht aus. „Der Zoo hat einen Spielplatz“, sagte Zverev: „Da musste ich viel rumklettern und rutschen mit den Kids.“

Die außerplanmäßigen Aktivitäten am frühen Vorband haben ihm aber offenbar nicht geschadet mit Blick auf seinen Auftritt im Halbfinale am Samstag. Denn Zverev legte gegen den ebenfalls stark aufspielenden Shelton seinen bisher besten Auftritt auf dem Weissenhof hin – das Publikum goutierte Zverevs teils spektakuläre Gewinnschläge mit einigen Begeisterungsstürmen.

Hinterher war der Weltranglistendritte zu Scherzen aufgelegt. Nach seinem Aus bei den French Open in Paris im Viertelfinale war er ja für ein paar Tage nach Mallorca zur Erholung gereist. Nach seinem Finaleinzug auf dem Killesberg sagte er nun: „„Nach Mallorca fahren, Golf spielen und dann ein Turnier spielen, das werde ich jetzt wohl auch vor Wimbledon so machen.“ Der Höhepunkt der Tennissaison steigt vom 30. Juni an, auf dem Killesberg tankt Zverev in diesen Tagen ordentlich Selbstvertrauen und kommt in Form.

Sein bisher letztes Finale auf Rasen hat Zverev übrigens im Jahr 2017 bestritten - gegen einen gewissen Roger Federer setzte es damals in Halle/Westfalen ein deutliches 1:6, 3:6. „Da hat er mich komplett auseinandergenommen. Gegen Taylor Fritz werde ich mehr als vier Spiele gewinnen“, sagte Zverev am Samstagabend in Stuttgart.

Besagter Taylor Fritz ist der Finalgegner Zverevs an diesem Sonntag – der Weltranglistensiebte ist so etwas wie sein Angstgegner. Denn gegen den US-Amerikaner, der am Samstag sein Halbfinale gegen den Kanadier Felix Auger-Aliassime mit 6:4, 7:6 (7:5) gewann, hat es im vergangenen Jahr vier Niederlagen nacheinander gegeben.

Gegen Fritz aber winkt Zverev nun sein 25. Turniersieg – es wäre sein erster auf Rasen. Das allein ist Ansporn genug. Eine mögliche zweite kleine Motivationsspritze: Der bisher letzte Deutsche, der in Stuttgart gewann, war im Jahr 1991 Michael Stich. Tenniskenner wissen: Wenige Wochen später gewann er Wimbledon.

Wegen der schlechten Wettervorhersage für Stuttgart findet das Finale auf dem Weissenhof am Sonntag nun schon um 12 Uhr und nicht wie geplant um 14 Uhr statt.

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