Alexander Zverev in Stuttgart Kommt er – oder kommt er nicht?

Tennisstar Alexander Zverev hat für das Turnier auf dem Weissenhof gemeldet. Foto: imago/zuma Press Wire

Das Tennis-Traditionsturnier steigt von diesem Samstag an auf dem Stuttgarter Weissenhof – mit dem deutschen Star?

Sport: Marco Seliger (sem)

Der Weissenhof feiert Jubiläum, es ist eines in grün. Zum zehnten Mal steigt der Tennisklassiker auf dem Stuttgarter Killesberg in seiner Ausgabe anno 2025 auf Rasen. Die Boss Open vom 7. bis 15. Juni sind obendrein der Auftakt der Saison auf dem schnellsten Tennisbelag. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu m ATP-Turnier auf der Anlage des TC Weissenhof.

 

Es ist die Frage aller Fragen – sie ist, Stand Freitagabend, noch nicht beantwortet. Deutschlands Tennisstar ist am vergangenen Mittwoch bei den French Open im Viertelfinale gegen Novak Djokovic ausgeschieden, was die Chancen auf eine Teilnahme in Stuttgart erhöht. Zur Erinnerung: Im vergangenen Jahr stand Zverev beim Grand Slam von Paris noch am Sonntag im Endspiel. Er sagte dann zwei Tage später, am Dienstag, als das Turnier in Stuttgart längst lief, seine Teilnahme auf dem Weissenhof ab, weil er sich nicht in der Lage sah, auf dem Killesberg aufzuschlagen. Trotz vertraglicher Vereinbarung in Stuttgart. Turnierdirektor Edwin Weindorfer forderte danach Konsequenzen: „Es wird Spielern generell zu einfach gemacht, Turniere abzusagen, das müssen wir innerhalb der ATP thematisieren“, sagte er im vergangenen Jahr.

Nun gibt sich Weindorfer zuversichtlich, was Zverevs Teilnahme in diesem Jahr angeht: „Ich gehe davon aus, dass Alexander am Sonntag oder Montag in Stuttgart ankommt“, sagt der Turnierdirektor, „es gibt keine Veranlassung für uns, daran zu zweifeln. Ich bin sehr optimistisch.“

Es ist jedoch das alte Lied im Tenniszirkus, dass die Stars der Tour nach Grand-Slam-Turnieren ihre Teilnahmen an den kleineren Turnieren auch mal absagen. Grundsätzlich können Spieler auf der Tour zwei Turniere pro Saison kurzfristig absagen, ohne dafür belangt zu werden. Jetzt hat Zverev, der in diesem Jahr bei den Heimturnieren in München und Hamburg aufgeschlagen hat, nach seinem Aus bei den French Open eigentlich genug Zeit, um sich zu erholen. Zumal seine Auftritte bis zum Viertelfinale in Paris nicht allzu kraftraubend waren.

Weindorfer und seine Kollegen von der österreichischen Veranstaltungsagentur Emotion bleiben also guten Mutes. Sie fühlen vor beim deutschen Star und seinem Stab und hoffen auf eine frühestmögliche Entscheidung. So läuft das in diesen Tagen rund um den potenziellen Star des Stuttgarter Turniers. Die Organisatoren setzen darauf, dass das große Zugpferd Zverev am Ende seinen Daumen hebt – und er damit erstmals seit dem Jahr 2019 wieder auf dem Killesberg aufschlägt. In diesem Falle würde der Hamburger erst in einem der letzten Achtelfinals am Donnerstag ins Turnier einsteigen.

Wer ist sonst noch am Start?

An diesem Samstag und Sonntag beginnt das Turnier mit der Qualifikation – bei der die Stars des Turniers selbstredend noch nicht aufschlagen. Sie gehen frühestens am Pfingstmontag auf den auf acht Millimeter Grashöhe getrimmten Rasencourts an den Start. Dabei haben die Stuttgarter Tennismacher einige prominente Absagen zu verkraften. So hat der italienische Top-Ten-Spieler Lorenzo Musetti nach seinem Halbfinal-Einzug bei den French Open seine Anmeldung ebenso zurückgezogen wie sein Landsmann, der zweimalige Weissenhof-Sieger Matteo Berrettini (2019 und 2022). Auch die eigentlich gemeldeten US-Amerikaner Frances Tiafoe (Gewinner 2023) und Tommy Paul sowie der Australier Nick Kyrgios fehlen in diesem Jahr. „Spieler fallen aus, das ist nichts Neues und passiert“, sagt Turnierdirektor Weindorfer dazu: „Und da sind wir auch nicht die Einzigen, das passiert anderen Turnieren leider auch immer wieder.“

US-Profi Taylor Fritz (Weltranglisten-Vierter) verbleibt – neben Zverev/Rang drei – als einziger Top-Ten-Vertreter. Sein Landsmann Ben Shelton (Weltranglisten-13.) sowie die Kanadier Felix Auger-Aliassime und Denis Shapovalov sind weitere prominente Namen. Der Deutsche Jan-Lennard Struff, der Finalist aus dem Jahr 2023, darf mit einer Wildcard an den Start – ebenso wie der Nürnberger Justin Engel (17). Auch der französische Tennis-Entertainer Gael Monfils (38) ist wieder dabei.

Wie hoch ist das Preisgeld?

Das Preisgeld ist mit insgesamt 751 630 Euro dotiert, der Sieger bekommt beim 250er-Turnier (bemessen an der Zahl der zu vergebenden Weltranglistenpunkte) 114 335 Euro Preisgeld. In Summe liegt das Budget des Turniers bei 7,5 Millionen Euro.

Wie bekommt man Tickets?

Im vergangenen Jahr lag die Zahl der verkauften Eintrittskarten an neun Turniertagen insgesamt bei 53 000. Die Veranstalter waren zufrieden und sprachen von einem „Nach-Corona-Rekord“. Die Bestmarke datiert aus dem Jahr 2016 mit Superstar Roger Federer – mit 58 000 Fans auf der Anlage. Tickets gibt es unter Telefon 01806/61 62 63 oder im Netz unter www.ticket-onlineshop.com/ols/boss-open.

An jedem Turniertag steigt das erste Spiel um 11 Uhr – bis auf das Final-Wochenende: Hier geht es am Samstag, 14. Juni um 12 Uhr los, am Sonntag dann um 11.30 Uhr mit dem Doppelfinale, ehe das Einzelfinale steigt (nicht vor 14 Uhr). Der Free-TV-Sender DF1 überträgt von diesem Montag an sämtliche Einzel-Partien auf dem Center Court live.

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