Alexej Nawalny Inhaftierter Kremlgegner ruft zu Protesten auf

„Habt keine Angst, geht auf die Straße!“, sagte Alexej Nawalny am Montag noch im Verhandlungssaal.(Archivbild) Foto: dpa/Pavel Golovkin
„Habt keine Angst, geht auf die Straße!“, sagte Alexej Nawalny am Montag noch im Verhandlungssaal.(Archivbild) Foto: dpa/Pavel Golovkin

Nach seiner Inhaftierung in Moskau hat der Kremlgegner Alexej Nawalny offen zu Protesten aufgerufen. Ein Video mit dem Aufruf wurde von seiner Sprecherin Kira Jarmysch veröffentlicht.

Moskau - Der Kremlgegner Alexej Nawalny hat nach seiner Inhaftierung in Moskau offen zu Protesten aufgerufen. „Habt keine Angst, geht auf die Straße!“, sagte der 44 Jahre alte Oppositionsführer am Montag noch im Verhandlungssaal. Seine Sprecherin Kira Jarmysch veröffentlichte ein Video mit dem Aufruf. Darin warf Nawalny dem Machtapparat in Russland vor, keine Beziehungen mehr zur Rechtsstaatlichkeit zu haben. Ein Gericht verhängte eine Haftstrafe von zunächst 30 Tagen gegen ihn, nachdem er zur Fahndung ausgeschrieben war.

Die Menschen sollten nicht für ihn auf die Strafe gehen, sagte Nawalny, sondern für ihre eigene Zukunft - für ein freies Russland. Das Land degeneriere unter dem seit mehr als 20 Jahren regierenden Kremlchef Wladimir Putin, sagte er. „Schweigt nicht! Wehrt Euch! Wir sind viele und können etwas erreichen.“

Demonstrationen erfordern Genehmigung

Protestaufrufe dieser Art werden in Russland immer wieder hart bestraft. Demonstrationen sind nur mit Genehmigung möglich. Eine Erlaubnis gibt es aber wegen der Corona-Pandemie schon seit langem nicht mehr.

Das Urteil des Gerichts erging in einem eilends anberaumten und umstrittenen Verfahren in einer Polizeistation. Nawalny wurde vorgeworfen, gegen Meldeauflagen nach einem früheren Strafprozess verstoßen zu haben. Der Oppositionsführer kritisierte das Verfahren als politische Inszenierung mit dem Ziel, ihn zum Schweigen zu bringen.




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