Die 18-jährige Alina Reißenauer hat im Racketlon (Tischtennis, Squash, Badminton, Tennis) 14 WM-Medaillen – nun ist sie Teil der Junioren-Nationalmannschaft im Squash.
Acht Jahre war Alina Reißenauer alt, als sie zum ersten Mal einen Tennisschläger in der Hand hielt. Gelernt hat sie den Umgang mit den gelben Filzbällen im ungarischen Györ, wo die Familie wegen des Jobs der Mutter drei Jahre lang gelebt hat.
„Das Tennis-Training wurde über die Schule angeboten“, erinnert sich die 18-Jährige, die im Sommer ihr Abitur am Porsche-Gymnasium in Stuttgart abgelegt hat. Als die Familie nach Deutschland zurückkam und nach Weilimdorf zog, trainierte sie bei der SG Weilimdorf und beim TC Tachenberg.
Die Karriere begann im Tennis
Kurz vor dem Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020 tauscht sie den Tennis- gegen den Badmintonschläger. „Eine Freundin, mit der ich Tennis gespielt habe, hat mich zum Badminton beim TSV Korntal mitgenommen“, erzählt die Abiturientin. Dass Alina Reißenauer Talent mit Schlägern und Bällen hatte, fiel Trainer Simon Waddicor schnell auf, der die 18-Jährige fragte, ob sie nicht Lust auf Racketlon habe. „Ich fand das cool, als er mir erzählt hat, dass man mit unterschiedlichen Schlägern gegeneinander antreten darf“, erinnert sich der Teenager.
Beim Racketlon, das in den 1990er-Jahren in Finnland und Schweden seinen Ursprung nahm, messen sich die Sportler in den vier Rückschlagsportarten Tischtennis, Badminton, Squash und Tennis – vom kleinsten bis zum größten Schläger aufsteigend. Also trainierte Alina Reißenauer Anfang 2022 auch Tischtennis und Squash. Letzteres fiel ihr leicht, da ihre Mutter 30 Jahre lang selbst Squash gespielt hatte. Im August 2022 nahm sie an ihrer ersten WM teil. In diesem Jahr war sie bei den vierten Welttitelkämpfen der jungen Sportart – 14 Medaillen hat sie mittlerweile gewonnen, darunter sechs goldene.
Kürzlich kam ein weiterer Titel hinzu: Im September gewann Alina Reißenauer mit dem Bundesligateam aus Augsburg den deutschen Meistertitel in der Racketlon-Bundesliga. Im Halbfinale gab es ein 245:172 gegen Bremen/Hamburg, im Finale waren die Fuggerstädter dem Gegner aus Nürnberg überlegen (191:137). Im ersten Spiel gewann die 18-Jährige ihre Partien sowohl im Mixed als auch im Damen-Einzel, gegen Nürnberg punktete sie im Mixed. Ihre Niederlage im Einzel fiel am Ende nicht ins Gewicht.
Die Lieblingsdisziplin der 1,70 Meter großen Akteurin ist Squash. „Mir gefallen die Intensität und die schnellen Ballwechsel, Squash ist einfach am anstrengendsten“, erzählt Alina Reißenauer, die seit einem Jahr nur noch Squash spielt. „Tischtennis und Tennis trainiere ich nur ein bisschen vor Racketlon-Turnieren“, bemerkt sie.
Reißenauer setzt voll auf Sport
Ihre Qualitäten sind nicht unbemerkt geblieben, seit August ist die 18-Jährige Mitglied der Jugend-Nationalmannschaft im Squash. Die Monate bis Mai 2026 will die Abiturientin intensiv nutzen. „Ich mache jetzt ein Pausenjahr, suche mir einen Minijob und lege den Schwerpunkt auf den Sport“, erklärt die junge Frau. Squash soll ihr Schwerpunkt sein, vielleicht nimmt sie den ein oder anderen Schläger zur Hand, um im Badminton oder Tennis besser zu werden. Im Mai 2026 steht im dänischen Holbaek die Doppel-WM im Racketlon an, im August die Einzel-WM. Es locken weitere Medaillen.