Alkoholkonsum bei Jugendlichen Es gibt bessere Wege als ein Verbot

Junge Besucherinnen auf dem Stuttgarter Frühlingsfest: Der Alkoholkonsum von Jugendlichen und jungen Erwachsenen geht seit Jahren zurück. Foto: Lichtgut/Max Kovalenk/o

Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung will das Trinken von Alkohol erst ab 18 Jahren erlauben. Das ist nicht nötig, findet Hauptstadtkorrespondent Tobias Heimbach.

Berlin: Tobias Heimbach (toh)

Wissenschaftlich ist die Sache klar: Alkohol schadet, besonders jungen Menschen. „Alkohol ist ein Zellgift, das ab dem ersten Tropfen wirkt“, sagt der Drogenbeauftragte der Bundesregierung Burkhard Blienert (SPD). Er fordert, dass das Trinken von Alkohol erst ab 18 Jahren erlaubt sein sollte.

 

Wäre es aus gesundheitlicher Sicht besser, wenn niemand Alkohol trinkt? Sicher. Wahrscheinlich würden Milliarden an Kosten für das Gesundheitssystem gespart werden. Doch in einer liberalen Gesellschaft gibt es ein Recht auf Unvernunft – in Maßen.

Die Gesellschaft traut 16-Jährigen bereits eine Menge zu. Bei der Europawahl im Mai durften Menschen ab 16 Jahren wählen. Sie dürfen außerdem einen Führerschein machen und mit Motorrädern am Straßenverkehr teilnehmen. Also darf man bei ihnen auch auf einen verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol hoffen. Zudem ein Alkoholverbot nicht dazu führen würde, dass Jugendliche gar nicht trinken.

Trotzdem darf man das Problem nicht kleinreden. In Deutschland wird vergleichsweise viel getrunken, 1,5 Millionen Menschen werden wegen Alkoholabhängigkeit behandelt. Es gibt allerdings bessere Wege als ein Verbot. Es ist fragwürdig, dass Brauereien bei Sport-Events als Sponsoren auftreten, wo viele Kinder und Jugendliche zuschauen. Auch über eine höhere Besteuerung kann man nachdenken. Aufklärungskampagnen sind ebenfalls wichtig.

Doch insbesondere beim Konsum von Jugendlichen hat sich viel getan. Laut Statistiken tranken 2007 noch ein Fünftel aller Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren wöchentlich Alkohol. Heute liegt der Anteil bei unter neun Prozent. Ein Zeichen, dass viele Jugendliche ihre Freiheit verantwortungsbewusst nutzen.

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