Allianz MTV Stuttgart Allianz MTV begrüßt überraschenden Neuzugang
Eigentlich hatte Maria Segura Palleres ihre Karriere bereits beendet. Nun kehrt die Ex-Kapitänin zum Stuttgarter Volleyball-Bundesligisten zurück.
Eigentlich hatte Maria Segura Palleres ihre Karriere bereits beendet. Nun kehrt die Ex-Kapitänin zum Stuttgarter Volleyball-Bundesligisten zurück.
Der Abschied war gut überlegt, aber trotzdem emotional und tränenreich. Maria Segura Palleres (32) verließ Allianz MTV Stuttgart Anfang Mai auf dem absoluten Höhepunkt. Mit ihrem Team hatte die Spanierin das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Supercup gewonnen, dazu auch noch die beste Saison ihrer Karriere gespielt. „Ich liebe Volleyball so sehr, dass ich nicht erst gehen will, wenn ich nicht mehr auf meinem höchsten Niveau bin“, erklärte die Kapitänin des Bundesligisten und sagte „Adios“. Doch nun heißt es bald: „Bienvenido de nuevo!“ Willkommen zurück!
Erst war Maria Segura Palleres einer der Abgänge, der die Verantwortlichen von Allianz MTV Stuttgart am meisten geschmerzt hat. Nun ist sie der überraschendste Neuzugang. Die Außenangreiferin hat nach der Meisterfeier in Stuttgart nicht sofort aufgehört mit Volleyball. Zu Beginn des Sommers bestritt sie noch eine Abschiedstour mit dem spanischen Nationalteam, und je näher das tatsächliche Ende rückte, umso größer wurden die Zweifel. Ist die Entscheidung richtig? Wohin mit all der Energie? Was kann den Spaß am Spiel ersetzen? Gehen die beruflichen Pläne auf? Die Antwort war ein Anruf bei Kim Renkema. Maria Segura Palleres fragte die Sportdirektorin von Allianz MTV Stuttgart, ob sie vielleicht doch noch ein Jahr dranhängen könnte. Jetzt ist klar: sie kann.
Selbstverständlich war dies nicht, Segura Palleres rannte mit ihrem Ansinnen keine offenen Türen ein. Schließlich hatte der Club seine Kader- und Budgetplanung abgeschlossen – auch für den Außenangriff. Jolien Knollema blieb, Antonia Stautz, Mija Siftar und Madelyn Robinson werden kommen. „Wir waren sehr gut aufgestellt“, erklärt Renkema, „nun sind wir auf dieser Position fast absurd gut besetzt.“ Dieser Aussage gingen lange Überlegungen und viele Gespräche voraus. Unter anderem sprach Renkema mit ihren vier Außenangreiferinnen und deren Beratern, Geschäftsführer Aurel Irion beriet sich mit den Gesellschaftern. „Natürlich ist es eine große Chance, wenn man eines der Gesichter des Erfolgs doch behalten kann, und wir wollten ihr gegenüber auch unsere große Wertschätzung ausdrücken“, sagt Kim Renkema, „allerdings wird sich für Maria einiges verändern.“
Die Spanierin trägt künftig nicht mehr die Nummer „3“, sondern die „33“, sie ist nicht mehr die Kapitänin, wird weniger verdienen als bisher – und wahrscheinlich auch weniger spielen. „Sie hat künftig eine etwas andere Rolle“, erklärt die Sportchefin, „wir stecken in einem Umbruch, deshalb freuen wir uns sehr über die Erfahrung, die sie einbringen kann. Eine ihrer Aufgaben wird sein, die Entwicklung unserer jungen Spielerinnen zu unterstützen.“ Darauf freut sich die Spanierin, die mit ihrem Nationalteam 2025 erstmals eine WM spielen will. „Ich bin glücklich und dankbar, die Möglichkeit zu bekommen, noch ein weiteres Jahr im Volleyball genießen zu können“, sagt sie, „ich bin wieder zu Hause.“
Dort trifft Segura Palleres ihre langjährigen Weggefährtinnen Krystal Rivers und Roosa Koskelo wieder. Nun fünf Außenangreiferinnen im Kader zu haben, ist für Konstantin Bitter einerseits komfortabel, weil es immer Alternativen gibt. Zugleich ist diese Situation aber auch eine Herausforderung für den Trainer. „Der Konkurrenzkampf, den wir haben werden, ist unnormal“, sagt Kim Renkema, „wir müssen schauen, wie das alles funktioniert.“ Konstantin Bitter, der mit seinem Team am 5. August in die Vorbereitung startet, ist zuversichtlich: „Das Umdenken von Maria ist in erster Linie für den Volleyballsport eine tolle Überraschung. Sie wird uns bei unserem Umbruch eine große Hilfe sein.“
Ob es Allianz MTV gelingen wird, die drei Titel zu verteidigen? Ist offen. Sicher ist nur, dass es am Ende der Saison den nächsten emotionalen Abschied geben wird.