Allianz MTV Stuttgart Das sind die ersten vier Neuzugänge

Feines Händchen: Zuspielerin Corina Glaab. Foto: Imago/Steffen Proessdorf

Der Volleyball-Bundesligist verstärkt sich mit zwei großen Talenten von Schwarz-Weiß Erfurt – das passt zu den weiterhin hohen Ambitionen des Meisters.

Nach dem Titel? Soll vor dem Titel sein. Zumindest wird beim alten und neuen Volleyballmeister Allianz MTV Stuttgart entsprechend geplant. Ohne lähmenden Druck, aber mit einer klaren Zielsetzung. „Trophäen zu gewinnen ist für uns keine Pflicht. Wir sind nicht der FC Bayern des Frauenvolleyballs“, sagt Aurel Irion, der Geschäftsführer der deutschen Nummer eins, „aber wir wollen schon ein Team zusammenstellen, das auf ähnlichem Niveau agiert wie in der vergangenen Saison.“ Dazu müssen die Neuzugänge ihren Teil beitragen. Zwei weitere Namen sind nun klar.

 

Neben den beiden Mittelblockerinnen Monique Strubbe und Kayla Haneline vom Dresdner SC gibt es noch einen Doppeltransfer: Vom Vorletzten Schwarz-Weiß Erfurt, der sich aus finanziellen Gründen aus der Bundesliga zurückgezogen hat, kommen Zuspielerin Corina Glaab (22) und Diagonalangreiferin Vera Mulder (22), von denen Sportdirektorin Kim Renkema viel hält: „Auch dank dieser zwei Verpflichtungen wird sich das Niveau in unserem Kader sicherlich nicht verschlechtern.“

Das schnelle Spiel ist eine der Stärken von Corina Glaab

Corina Glaab steht schon länger auf der Einkaufsliste des MTV, seit vergangenem Sommer war der Name sogar rot unterstrichen – nachdem die Erfurterin in der Nations League eine sehr gute Rolle im Nationalteam gespielt hatte. Entsprechend früh setzte sich Kim Renkema mit deren Berater in Verbindung. „Ich wollte sie unbedingt haben“, sagt die Sportchefin des Meisters, „sie ist auf dem Feld ein starker Charakter und verfügt über großes Potenzial. Sie kann das Spiel schnell machen, und gerade in diesem Punkt können wir noch einen Tick besser werden.“

Corina Glaab soll nicht nur die Lücke füllen, die Eigengewächs Hannah Kohn (will sich bei einem anderen Bundesligisten weiterentwickeln) hinterlässt, sondern Britt Bongaerts herausfordern. Passend dazu hat sie einen Zwei-Jahres-Vertrag unterschrieben. „Sie braucht noch etwas Zeit, aber die wird sie bekommen“, erklärt Kim Renkema, „sie macht jetzt den nächsten Schritt. Wir trauen ihr zu, bei uns den Sprung zur ersten Zuspielerin zu schaffen.“ Ähnlich optimistisch klingen die Aussagen über Vera Mulder.

Den Kontakt zu der talentierten Niederländerin, die in der vergangenen Saison mit mehr als 300 Punkten zu den fünf erfolgreichsten Angreiferinnen der Bundesliga gehörte, nahm Kim Renkema erst ziemlich spät auf – als klar war, dass Alexis Hart innerhalb des MTV-Teams von der Diagonal- auf die Außenposition wechseln würde. Künftig wird Vera Mulder die Nummer zwei im Diagonalangriff hinter Krystal Rivers sein. Das ist einerseits ziemlich undankbar, weil die US-Amerikanerin in den wichtigen Spielen gesetzt ist. Doch es bietet andererseits die Chance, sich öfter zu zeigen, da Rivers immer mal wieder geschont wird. „Vera Mulder ist 1,89 Meter groß, physisch sehr stark. Und zugleich hat sie das Potenzial, noch viel besser zu werden“, meint Kim Renkema. „Die Rolle hinter Krystal Rivers ist schwierig. Aber sie kann bei uns von der Besten lernen und sich auch durch das hohe Niveau im Training weiterentwickeln. Das passt perfekt.“ Ähnlich denkt Konstantin Bitter.

Konstantin Bitter rät zur Verpflichtung

Auch der neue Mann im Trainerteam von Allianz MTV Stuttgart kommt aus Erfurt. Dort war er der Chefcoach, beim Meister wird er entweder als Assistent von Tore Aleksandersen arbeiten – oder als Cheftrainer, sollte der Norweger aufgrund seiner Krebserkrankung nicht mehr genügend Kraft für diesen Job haben. „Corina Glaab haben wir vor ihm verpflichtet, aber natürlich haben wir mit ihm über Vera Mulder gesprochen. Er hat uns geraten, sie zu holen“, sagt Kim Renkema. „Direkt am Transfer beteiligt war er allerdings nicht. Den neuen Kader haben Tore Aleksandersen und ich zusammengestellt.“

Mit dem Ergebnis? Ist die Sportdirektorin durchaus zufrieden. „Ich bin zuversichtlich, dass wir nächste Saison wieder um drei Titel kämpfen werden“, erklärt Renkema, „und trotzdem gibt es bei uns nicht den Druck, jedes Jahr Meister werden zu müssen.“

Anders als beim FC Bayern München.

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