Alle, die dachten, es sei keine Steigerung mehr möglich, haben die Volleyballerinnen von Allianz MTV Stuttgart eines Besseren belehrt: Erst der Supercup, dann der Pokal, nun in Schwerin die Schale – erstmals in seiner Geschichte hat der Verein in dieser Saison das Triple gewonnen, ganz nebenbei mit seiner dritten Meisterschaft in Serie. Mehr geht nicht! Was allein schon höchsten Respekt verdient, wird durch die außergewöhnlichen Umstände noch bemerkenswerter.
Im vergangenen Sommer musste der an Krebs erkrankte Tore Aleksandersen seinen Trainerjob quittieren, seither steht Konstantin Bitter erstmals bei einem Topverein in der Verantwortung. In der Vorbereitung fehlten ihm viele Spielerinnen, weil sie für ihre Nationalteams aufschlugen. Und dann verlor Aleksandersen im Dezember den Kampf gegen den Krebs, was die Mannschaft bis heute emotional stark beschäftigt.
Abgesehen davon ist Volleyball enorm schnelllebig. Der Umbruch beim Meister fällt größer aus als erhofft. Bitter arbeitet künftig erstmals mit einem Kader, an dessen Zusammenstellung er wesentlich beteiligt war. Der Druck, unter dem der Coach steht, wird folglich nicht kleiner. Denn es bleibt der Anspruch des MTV, auch künftig an der Spitze mitzumischen. Ob es wieder zu drei Titeln reichen wird? Das wäre schön, ein Maßstab aber kann diese Saison nicht sein. Dafür sind die Herausforderungen für das neue Team in den nächsten Monaten viel zu groß.