Allianz MTV Stuttgart Diese Faktoren entscheiden die Meisterschaft

Jolien Knollema, Maria Segura Palleres, Roosa Koskelo und Krystal Rivers (von links) sind nur schwer zu stoppen. Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch

Im fünften Duell der Play-off-Finalserie um die Meisterschaft können die Stuttgarter Volleyballerinnen von Allianz MTV Stuttgart nicht nur erneut die Schale gewinnen, sondern auch das Triple perfekt machen.

Sport: Jochen Klingovsky (jok)

In der Partie, die auf keinen Fall verloren werden durfte, zeigten die Stuttgarter Volleyballerinnen neben ihrer spielerischen Klasse auch genau die Qualitäten, die ihre Sportdirektorin eingefordert hatte: Mentalität, Charakter, Siegeswillen. „Nicht nur der SSC Schwerin hat eine Mannschaft, die nie aufgibt. Das wollten wir beweisen, und das haben wir bewiesen“, sagte Kim Renkema nach dem klaren 3:0 (26:24, 25:19, 25:20) im vierten Duell der Play-off-Serie um die Meisterschaft. Nun kommt es an diesem Sonntag (17.10 Uhr/Sport 1) in Schwerin zum finalen fünften Aufeinandertreffen. Wir erklären, welche Faktoren über den Gewinn der Meisterschaft entscheiden könnten.

 

Form Beide Teams haben je zwei Heimspiele gewonnen, die Serie steht 2:2. Doch erstmals war am Mittwoch in der Scharrena eine Mannschaft deutlich überlegen. „Dass wir verloren haben, lag an der sehr guten Leistung unseres Gegners. Die Stuttgarterinnen haben gezeigt, zu was sie fähig sind“, meinte SSC-Trainer Felix Koslowski, der eine Spielerin besonders lobte. „Krystal Rivers war überragend. In dieser Form ist es für jede Mannschaft unfassbar schwer, sie zu stoppen. Allerhöchsten Respekt an sie für diesen tollen Auftritt. Was sie gezeigt hat, war irre!“ Die Diagonalangreiferin hatte vor allem im zweiten und dritten Satz zugeschlagen, am Ende den Stuttgarter Vorsprung fast alleine ins Ziel gebracht. Dennoch meinte MTV-Trainer Konstantin Bitter: „Es war vor allem eine sehr gute Teamleistung, wir haben als Mannschaft unser bestes Volleyball gezeigt.“ Ob das am Sonntag noch einmal gelingt? Aurel Irion gab sich optimistisch. „Wenn wir konstant abrufen, was wir können“, sagte der Geschäftsführer von Allianz MTV Stuttgart, „dann sind wir sehr schwer zu schlagen.“

Psyche Egal ob im Supercup, im Pokal, in der Champions League oder nun in den Play-offs: Wenn es richtig wichtig wird, sind die Stuttgarterinnen voll da. Das macht Mut für die Partie, in der sie das Triple gewinnen können. „Ich habe großes Vertrauen in dieses Team, das immer im richtigen Moment mit einer großartigen Mentalität auftritt“, meinte Kim Renkema nach dem 3:0 am Mittwoch. Und Konstantin Bitter sagte: „Es hilft zu wissen, dass wir bis jetzt jedes entscheidende Spiel gewonnen haben.“ Allerdings warnten Sportdirektorin und Trainer davor, den SSC Schwerin im finalen Duell in einen Flow kommen zu lassen oder dessen Widerstandsfähigkeit zu unterschätzen. „Unser Gegner ist enorm gefährlich, wir dürfen auf keinen Fall nachlassen“, mahnte Bitter. Und Renkema sagte: „Wir müssen gleich am Anfang klarmachen, dass wir alles tun werden, um auch diesen dritten Titel zu gewinnen.“

Physis Müde sind alle Spielerinnen, das ist trotz der vielen spektakulären Ballwechsel unübersehbar. Weil Konstantin Bitter viel weniger wechselt als Felix Koslowski und seine Stammformation kaum Pausen hat, war der MTV-Coach umso zufriedener, dass das vierte Duell nicht wieder über fünf Sätze ging. „Unser Kader ist älter und hat in dieser Saison zehn Spiele mehr absolviert“, meinte Bitter, „doch bisher hat das keinen Unterschied gemacht.“ Sportchefin Kim Renkema ist überzeugt, dass dies auch in der letzten Partie so bleibt: „Jede Einzelne kommt auf dem Zahnfleisch daher. Aber ich bin mir sicher, dass sich alle durchbeißen werden.“

Verletzung Pia Kästner ist Deutschlands Volleyballerin des Jahres und für den SSC Schwerin eminent wichtig. Doch ausgerechnet in der Finalserie gegen ihren Ex-Club Allianz MTV Stuttgart plagen die Zuspielerin starke Rückenschmerzen. Mitte des zweiten Satzes nahm Felix Koslowski sie am Mittwochabend vom Feld, auch der dritte Durchgang war für Kästner schnell vorbei. Was nichts damit zu tun hatte, dass sie für ein etwaiges fünftes Spiel geschont werden sollte. „Pia hat sehr mit ihrem Rücken zu kämpfen“, sagte der SSC-Trainer, „und das ist ein für uns ein riesengroßes Problem.“

Heimrecht Durch Platz eins in der Bundesliga-Abschlusstabelle sicherte sich der SSC Schwerin den Heimvorteil für das fünfte Spiel der Finalserie. Was vor ein paar Wochen noch weit weg war, gibt nun große Hoffnung. „Wir kennen die Qualität von Allianz MTV Stuttgart. Das ist eine tolle Mannschaft, die einen super Volleyball spielt“, meinte Felix Koslowski vor dem letzten Spiel der Saison, „ohne den Heimvorteil hätten wir keine Chance – doch auch so müssen wir über uns hinauswachsen. In den ersten beiden Heimspielen der Serie hatten wir ein paar magische Momente. Nun kommt es darauf an, ob es uns gelingt, einen weiteren magischen Moment zu erzeugen.“

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