Allianz MTV Stuttgart fiebert Start entgegen Volleyballerinnen auf Titeljagd

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Der Countdown läuft: In zwei Wochen starten Stuttgarts Volleyballerinnen in die Saison – mit der Champions-League-Qualifikation. Und vielleicht sogar einer Weltmeisterin?

Allianz-MTV-Sportchefin Kim Renkeman freut sich auf die neue Runde.Der Neuzugang Roosa Koskelo meldet sich wieder fit. Foto: Baumann
Allianz-MTV-Sportchefin Kim Renkeman freut sich auf die neue Runde.Der Neuzugang Roosa Koskelo meldet sich wieder fit. Foto: Baumann

Stuttgart - Alles Daumen drücken hat nichts genutzt. Die Volleyballerinnen von Allianz MTV Stuttgart haben ihren persönlichen Liebling bei der WM in Japan, nachdem das deutsche Team (mit den beiden Stuttgarterinnen Pia Kästner und Jana Poll) die Top-6-Runde verpasst hat. Doch auch die starken US-Amerikanerinnen müssen nach der 0:3-Niederlage gegen China ums Weiterkommen zittern.

Was am Ende nur den Vorteil hätte, dass Stuttgarts Neuzugang Sarah Wilhite dann wohl früher in die bereits seit 20. August laufende Vorbereitung des Teams einsteigen könnte, während die US-Co-Trainerin Tamari Miyashiro so oder so erst am 5. November vor Ort erwartet wird. Dann ist die Saison bereits in vollem Gange. Denn vor den Bundesliga-Start am 10. November gegen VC Wiesbaden hat der Terminplan noch zwei andere Programmpunkte gesetzt. Am 31. Oktober erwartet die Mannschaft von Giannis Athanasopoulos zum Rückspiel in der Champions-League-Qualifikation den Sieger der Partie Sliedrecht (Holland) – Graz. Und am 3. November steht in der Scharrena der erste Saisonhögepunkt an: das Pokalduell gegen den Dauerrivalen Dresdner SC.

Unglückliches Pokal-Los

„Es ist etwas unglücklich, dass gleich die Nummer zwei und drei in Deutschland aufeinandertreffen“, sagt die Sportdirektorin Kim Renkema. „Es ist sicher nicht ideal, wenn man vor dem Ligastart zwei solche Aufgaben hat“, sagt auch der griechische Trainer. Doch da hilft jetzt kein Jammern. „Die Vorbereitung lief bisher recht gut“, sagt Athanasopoulos. Er hat in seinem zweiten Jahr als Chef den Vorteil, dass acht Spielerinnen aus dem ­13er-Kader geblieben sind, was die Integration etwas einfacher macht. Dennoch wurde in den vergangenen Wochen im benachbarten Olympiastützpunkt nicht nur viel Wert auf Krafttraining gelegt, sondern daneben auch auf Teambuilding. „Auch während der WM sind wir mit unseren Spielerinnen über die sozialen Medien in ständigem Kontakt“ , sagt die Kapitänin Deborah von Daelen, die an ihrer Seite inzwischen auch die Libera Roosa Koskelo begrüßen kann. Die Finnin war zwischenzeitlich in ihre Heimat gereist, weil der Verdacht auf Herzprobleme bestanden hatte. Nach 14 intensiven Untersuchungen hat sich der glücklicherweise nicht bestätigt, so dass die 27-Jährige inzwischen wieder in Stuttgart und auch voll im Training ist.

So konnte van Daelen ihr gleich persönlich mitteilen, welchen Stellenwert der Pokal im Volleyball hat. „Wir wollen bei beiden Titeln angreifen“, sagt denn auch Renkema. Also nicht nur im Pokal-Wettbewerb, den man schon dreimal gewonnen hat, sondern auch in der Liga: denn dieser Titel fehlt noch. „Wer viermal Zweiter war, will natürlich Meister werden“, sagt auch der Coach. Als härteste Konkurrenz gelten die üblichen Verdächtigen, also der Titelverteidiger SSC Palmberg Schwerin sowie der Dresdner SC. Aber auch Potsdam hat sich verstärkt, „und Aachen traue ich ebenfalls eine gute Rolle zu“, sagt Renkema. Das wäre nicht schlecht, denn das Manko der Liga war zuletzt eher die Langweile an der Spitze.: „Es ist wichtig, dass die Bundesliga ausgeglichen ist und es spannende Spiele gibt“, weiß auch die Niederländerin.

Sport 1 zeigt lieber Frauen als Männer

Zumindest der TV-Sender Sport 1 scheint ein Herz für die Volleyballerinnen zu haben. Denn bei den Spielen der Woche sind 40-mal die Frauen eingeplant und nur 15 Partien der Männer. „Die langen Ballwechsel und erst im fünften Satz entschiedene Partien machen die Spiele der Frauen attraktiv“, sagt dazu Daniel von Busse von Sport 1. Auch dem Allianz-Coach geht es um mehr als ums nackte Ergebnis: „Mein erstes Ziel ist es, dass die Zuschauer zufrieden die Halle verlassen.“ Siege sind dafür nicht die schlechteste Basis.