Allianz MTV Stuttgart gewinnt die Meisterschaft Die Nummer eins im Volleyball-Land

Kapitänin Maria Segura Palléres reckt die Meisterschale nach oben. Foto: Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch

Die Volleyballerinnen von Allianz MTV Stuttgart holen sich erneut die Schale. Nach dem 3:1 beim SC Potsdam schäumt die Freude über – auch Trainer Tore Aleksandersen feiert sein Team.

Sport: Jochen Klingovsky (jok)

Die Play-offs um die Meisterschaft zwischen den Volleyballerinnen von Allianz MTV Stuttgart und dem SC Potsdam hatten viele spannende Momente. Und am Ende wurde es dann sogar dramatisch. Im vierten Satz des vierten Spiels erkämpften sich die Stuttgarterinnen zwei Matchbälle, die zugleich die Titelverteidigung bedeutet hätten. Doch der SC Potsdam schlug zurück, und er wehrte auch noch den dritten Meister-Ball ab. Dann stieg Starangreiferin Krystal Rivers hoch, drosch die Kugel an den Block der Gastgeberinnen und machte so mit der vierten Chance den 3:1-Sieg (20:25, 25:12, 25:19, 27:25) perfekt. Anschließend gab es kein Halten mehr.

 

Die Spielerinnen verschwanden in einer Jubeltraube, es flossen Tränen, Sportdirektorin Kim Renkema fiel Trainer Tore Aleksandersen in die Arme, die rund 150 mitgereisten Fans flippten aus. Der Überschwang der Gefühle drückte sich auch in Worten aus.

„Dieser Titel bedeutet enorm viel für uns“, sagte Mittelblockerin Marie Schölzel, die eine tolle Finalserie gespielt hatte, „wir haben endlich gezeigt, was wir können. Diese Saison war harte Arbeit, auch deshalb bin ich sehr stolz auf die Mannschaft und den Rückhalt, den wir uns gegenseitig geben.“ Ähnlich äußerte sich Roosa Koskelo. „Es ist nicht einfach, immer das Team zu sein, das alle unbedingt schlagen wollen“, sagte die Libera, die sich ebenfalls in Topform präsentiert hatte, „in dieser Finalserie haben wir bewiesen, wie stark wir wirklich sind.“ Spielerisch. Körperlich. Aber auch mental.

Die Anwesenheit von Tore Aleksandersen ist wichtig

Dass der schwer an Krebs erkrankte Trainer Tore Aleksandersen seit Mitte März nicht mehr regelmäßig im Einsatz sein konnte und das Coaching bei den Spielen seinem Co-Trainer Faruk Feray überlassen musste, ging nicht spurlos an der Mannschaft vorbei. „Umso wichtiger, dass er jetzt in Potsdam dabei war“, sagte Koskelo, „es hat uns ein gutes Gefühl gegeben, ihn mit uns zu wissen.“ Der Start war trotzdem daneben gegangen.

Der SC Potsdam, beim 0:3 am Mittwoch in Stuttgart noch chancenlos, zeigte im ersten Satz eine herausragende Angriffsqualität. Doch der MTV ließ sich davon nicht beeindrucken. „Entscheidend war, dass und wie wir zurückgekommen sind“, meinte Faruk Feray. Und Kim Renkema erklärte: „Ab dem zweiten Satz war zu spüren, dass es die Mannschaft heute unbedingt klarmachen wollte. Ich bin unglaublich stolz.“

Tore Aleksandersen: „Die eindeutig beste Mannschaft in Deutschland“

Das ist auch Tore Aleksandersen. Der Trainer hatte das Spiel hinter der Bande beobachtet, war aber in den Pausen zwischen den Sätzen stets bei seiner Mannschaft gewesen und hatte Anweisungen erteilt. Letztlich fiel der Sieg in der Finalserie – trotz der Spannung am Ende – deutlicher aus, als es viele vorhergesagt hatten. „Wir haben eine großartige Champions-League-Saison gespielt und nun mit 3:1 die zweite Meisterschaft nacheinander gewonnen. Das bedeutet sehr viel“, sagte der norwegische Chefcoach, „wir sind seit zwei Jahren die eindeutig beste Mannschaft in Deutschland. Auf diese Leistung dürfen alle Spielerinnen, mein Trainer-Team, der Verein und die vielen Leute im Umfeld stolz sein.“

Dazu passte, dass es auch vom Gegner Anerkennung ab. „Wir hatten unsere Chancen“, meinte Guillermo Naranjo Hernández, der Coach des SC Potsdam, „aber die Stuttgarterinnen waren am Ende einfach besser.“

Weitere Themen