Allianz MTV Stuttgart Treffen der Besten im Pokalfinale

So kann es gehen: Antonia Stautz, die Kapitänin von Allianz MTV Stuttgart, schlägt den Ball durch den Block des VfB Suhl. Foto: Imago/Christian Heilwagen

Die Volleyballerinnen von Allianz MTV Stuttgart stehen im Pokalfinale: An diesem Samstag geht es in Mannheim gegen den VfB Suhl – und der Respekt voreinander ist groß.

Sport: Jochen Klingovsky (jok)

Antonia Stautz ist die Kapitänin des Volleyball-Bundesligisten Allianz MTV Stuttgart, und sie geht in dieser Rolle nicht nur auf dem Spielfeld voran. Sie gibt ihrer Mannschaft auch eine Stimme. Die eloquente Außenangreiferin ist eine gefragte Interviewpartnerin, weil sie etwas zu sagen hat. Meistens zumindest. Als zu Beginn der Woche die große Pressekonferenz mit Blick auf das Pokalfinale an diesem Samstag stattfand, wurde Antonia Stautz darauf angesprochen, dass sie noch nie den Pott geholt, mit dem SC Potsdam aber 2021 und 2024 zwei Endspiele in Mannheim verloren hat. „Ja, ich bin doppelt gescheitert“, sagte sie mit einem süffisanten Lächeln, „herzlichen Dank für die Erinnerung!“ Die sie nun auslöschen will. Mit einem Erfolgserlebnis.

 

Antonia Stautz trifft mit Allianz MTV Stuttgart an diesem Samstag (16 Uhr) in der SAP-Arena auf den VfB Suhl, das Ziel ist klar: Sie möchte unbedingt den ersten ganz großen Titel ihrer Karriere gewinnen. Einfach wird das allerdings nicht. „Es ist ein riesen Privileg, vor mehr als 12 000 Zuschauern spielen zu dürfen. Ich finde es Wahnsinn, dass so viele Leute kommen, um uns zu sehen“, sagte Antonia Stautz. Ein Selbstläufer werde das Finale aber trotzdem nicht: „Es treffen die beiden besten Bundesliga-Teams aufeinander.“

Die einzige Niederlage kassierte der MTV in Suhl

Den Stuttgarterinnen ist Platz eins in der Hauptrunde zwar kaum noch zu nehmen, ihre einzige Niederlage in dieser Saison kassierten sie aber ausgerechnet am vergangenen Sonntag beim VfB Suhl. „Die Tabelle lügt nicht, und natürlich kann man ein Spiel bei einem so starken Zweiten verlieren“, erklärte Aurel Irion, der Geschäftsführer des Spitzenreiters, nach dem 2:3 (16:25, 25:20, 25:21, 20:25, 7:15), „aber wir haben sicher nicht unsere beste Leistung gezeigt.“ Weshalb für Trainer Konstantin Bitter eines ganz klar ist: „Das Finale wird ein ganz anderes Spiel.“ Schon allein wegen der Kulisse.

Pia Kästner: Gegen den VfB Suhl sind die Qualitäten der Zuspielerin von Allianz MTV Stuttgart ganz besonders gefragt. Foto: Imago/Christian Heilwagen

Der VfB Suhl stand letztmals 2014 im Pokalfinale, damals wurde noch in Halle/Westfalen gespielt. Nun findet, vor dem Umzug nach Köln, der elfte und letzte Endspieltag (bei den Männern stehen sich ab 19 Uhr der VfB Friedrichshafen und die SVG Lüneburg gegenüber) in der Mannheimer SAP-Arena statt. „Wir sind sehr aufgeregt“, sagte die Suhler Mittelblockerin Roosa Laakkonen, „niemand von uns hat jemals in einer so großen Halle gespielt.“ Folglich wollte VfB-Trainer Laszlo Hollosy über die Rollenverteilung gar nicht lange diskutieren: „Wir sind stolz auf den Sieg gegen Stuttgart, über den alle sprechen. Trotzdem ist der MTV der klare Favorit. Jeder im Volleyball und in Stuttgart erwartet den Pokalsieg.“ Dabei sind die Voraussetzungen gar nicht so unterschiedlich – denn positive Erfahrungen hat in Mannheim bisher nur eine Stuttgarterin gemacht.

Pia Kästner ist die einzige Pokalsiegerin im Team

Zuspielerin Pia Kästner, die ihren Vertrag beim Bundesliga-Spitzenreiter in dieser Woche um ein Jahr verlängert hat, gewann dort 2023 mit dem SSC Schwerin den Pokal, sie hat mit Allianz MTV Stuttgart in der SAP-Arena aber auch schon zweimal verloren (2019, 2020). Vor einem Jahr scheiterte Mikala Mogensen mit dem USC Münster am Dresdner SC, dazu kommen die zwei Niederlagen von Antonia Stautz. „Wir haben, was Erfolgserlebnisse in einer so großen Halle wie in Mannheim angeht, gegenüber dem VfB Suhl keinen großen Vorsprung“, sagte Aurel Irion, „so eine Kulisse entfaltet schon eine Wirkung, die man erst einmal verarbeiten muss.“

Deshalb ist es für Konstantin Bitter wichtig, dass im Gegensatz zum Sonntag seine Diagonalangreiferin Pauline Martin (fehlte mit Verdacht auf Gehirnerschütterung) wieder dabei sein wird und auch alle anderen Spielerinnen fit sind. Noch wichtiger als die individuelle Klasse wird aus seiner Sicht aber das Auftreten der Mannschaft sein. „Der gegenseitige Respekt ist groß. Im Pokalfinale wird entscheidend sein, welches Team besser mit den Gegebenheiten klarkommt“, sagte der Coach von Allianz MTV Stuttgart, „es geht darum, die Persönlichkeit und die Emotion aufs Feld zu bekommen.“

Beide Mannschaften reisen bereits an diesem Freitag an und werden in der großen Arena noch zwei Trainingseinheiten absolvieren, um sich zu akklimatisieren. „Wir würden lügen, wenn wir sagen, dass wir nicht nervös oder aufgeregt wären, denn der VfB Suhl ist ein extrem starker Gegner“, sagte Antonia Stautz, „aber wir freuen uns auch total. Es ist nicht leicht, ins Pokalfinale zu kommen – jetzt wollen wir das Ding auch holen.“ Um danach endlich eine positive Erinnerung an Mannheim zu haben.

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