Allianz MTV Stuttgart Voller Stolz auf das Triple

Die Spielerinnen von Allianz feiern ihre dritte deutsche Meisterschaft nacheinander ausgelassen. Foto: Baumann

Die Stuttgarter Volleyballerinnen gewinnen durch ein 3:1 im finalen fünften Play-off-Spiel in Schwerin erneut die Schale. Jolien Knollema führt ihr Team zur Meisterschaft und Kapitänin Maria Segura Palleras betont die Dimension des Triumphs: „Wir haben Geschichte geschrieben!“

Aus den Lautsprechern der Arena in Schwerin ertönte der „Queen“-Song, der immer dann gespielt wird, wenn es im Sport einen Champion zu ehren gilt. Auf dem flugs aufgebauten Podium reckten die Volleyballerinnen von Allianz MTV Stuttgart im goldenen Konfettiregen nicht nur die Meisterschale in die Höhe, sondern auch eine große, aufblasbare „3“ – die für zwei außergewöhnliche Leistungen stand: für das erstmalige Triple aus Meisterschaft, Pokal sowie Supercup und für den dritten DM-Titel in Serie. „Die mentale Stärke dieses Teams ist großartig“, sagte Geschäftsführer Aurel Irion, „hier in Schwerin einen solchen Triumph zu feiern, das ist unglaublich.“

 

Vor dem Beginn der Play-off-Serie war klar gewesen, dass die Stuttgarterinnen einmal auswärts gewinnen müssen, um den Titel zu verteidigen. Dann gab es jeweils zwei Heimsiege – und das finale fünfte Duell in der Hauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern, das die starken Gäste mit 3:1 (17:25, 25:20, 25:13, 25:13) für sich entschieden. Danach kannte der Jubel keine Grenzen.

„Es war emotional die schwierigste Saison meiner Karriere“, sagte Libera Roosa Koskelo und dachte dabei an den im Dezember verstorbenen Ex-Coach Tore Aleksandersen, „wir brauchten einen Sieg in Schwerin, wir haben den Sieg in Schwerin geholt. Ich bin unglaublich stolz auf diese Mannschaft.“ Und Kapitänin Maria Segura Palleres meinte nach ihrem letzten Spiel für Allianz MTV Stuttgart: „Was für ein wunderbares Team, was für ein wunderbarer Verein. Wir haben unser Bestes gegeben, um Geschichte zu schreiben. Mehr als das Triple geht nicht!“

Krystal Rivers findet nur schwer in die Partie

Dabei hatte es zu Beginn der Partie nicht nach einem Durchmarsch ausgesehen. Erstmals in der Finalserie verloren die Stuttgarterinnen den ersten Satz. Ein Problem der Gäste: Topangreiferin Krystal Rivers war zu diesem Zeitpunkt noch überhaupt nicht im Spiel. Angetrieben von ihren Fans gingen die Schwerinerinnen beim 13:12 erstmals in Führung und ließen sich danach nicht mehr stoppen. Entsprechend groß war anschließend der Druck auf den Titelverteidiger. Beim Stand von 7:7 folgte im zweiten Satz der spektakulärste Ballwechsel der gesamten Finalserie. Es ging hin und her, das SSC-Team zeigte mehrere unglaubliche Abwehraktionen, die Stuttgarterinnen brachten die Kugel einfach nicht auf den Boden – und am Ende machte Nova Marring mit einem fulminanten Schmetterschlag den Punkt zum 8:7.

Die Halle kochte, doch die Gäste nahmen die Emotionen mit einer meisterlichen Reaktion aus dem Spiel. Nach einer Auszeit punkteten sie dreimal, bauten anschließend ihren Vorsprung aus und schafften souverän den 1:1-Satzausgleich. Damit hatten sie das Momentum auf ihrer Seite.

Jolien Knollema überragt

In den Durchgängen drei und vier war das Team von Trainer Konstantin Bitter klar überlegen, angeführt diesmal nicht von Krystal Rivers (14 Punkte), sondern von der überragenden Jolien Knollema. Die niederländische Außenangreiferin, die ihren Vertrag in Stuttgart verlängert hat, zeigte ihre beste Leistung der gesamten Saison, machte 21 Punkte. „Sie ist erst 21 und trägt schon das gesamte Team, das war unglaublich“, lobte der MTV-Coach, der selbst erst 34 Jahre alt ist und nun bereits alle drei möglichen nationalen Titel gewonnen hat. „Wir haben uns während der Saison immer weiterentwickelt“, sagte Bitter, „am Ende ist es ein unfassbar erfolgreiches Jahr geworden.“ Zu dem auch Felix Koslowski gratulierte. „Wir haben zwar den ersten Satz gewonnen, danach hat uns Stuttgart aber keine Türe mehr aufgemacht“, meinte der Coach des SSC Schwerin, „unser Gegner hat das Finale mit viel Ruhe, Erfahrung und enormer Qualität zu Ende gespielt und ist verdient Meister geworden.“

Daran gab es in der Tat keine Zweifel. Zu überlegen war das MTV-Team, das in der Finalserie 1:2 hintengelegen hatte, in den letzten drei Sätzen am Sonntag. „Großen Respekt an den SSC Schwerin, der lange Zeit ein ebenbürtiger Gegner gewesen ist“, meinte MTV-Sportdirektorin Kim Renkema, ehe sie ebenfalls an ihren verstorbenen Ex-Trainer erinnerte: „Dieses Triple ist auch für Tore.“

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