Der Sport ist nicht zuletzt deshalb so interessant und vielschichtig, weil jede Medaille zwei Seiten hat. Selbstverständlich auch die silberne Plakette des Pokalfinales in Mannheim.
Unstrittig ist, dass die Volleyballerinnen von Allianz MTV Stuttgart zwei katastrophale, völlig emotionslose erste Sätze gespielt haben, was im wichtigsten Spiel der Saison nicht passieren darf. Umso beeindruckender war, wie sie sich zurückgekämpft haben. Beim 13:11 im Tie-Break hatten sie die Hand schon am Pokal, der ihnen dann aber doch noch entglitt. Das war ebenso unnötig wie bitter, weshalb am Ende vor allem eine Erkenntnis bleibt: Die Stuttgarter Volleyballerinnen haben, auch weil sie nicht an ihre Bestleistung herangekommen sind, die erste große Titelchance der Saison ziemlich leichtfertig verspielt.
Niederlage im Pokalfinale schmälert die Zwischenbilanz
Wahr ist allerdings auch: Wer nach dem Abschied der Legenden Krystal Rivers, Roosa Koskelo und Maria Segura Palleres sowie der Trennung von Sportdirektorin Kim Renkema im Sommer vorhergesagt hätte, dass die Stuttgarter Volleyballerinnen eine superstarke Saison spielen werden, in der Bundesliga mit deutlichem Abstand die Nummer eins sind, im europäischen CEV-Cup ein Top-Team aus der Türkei ausschalten und das Cupfinale erreichen, wäre als hoffnungsloser Optimist abgestempelt worden. Die Pokalpleite gegen den VfB Suhl schmälert diese Zwischenbilanz zwar erheblich, positiv bleibt sie trotzdem.
Es liegt nun am MTV-Team, die Saison erfolgreich zu beenden. Der Heimvorteil in den entscheidenden Spielen der Play-offs kann auf dem Weg zur Meisterschaft eine große Hilfe sein. Wichtig ist deshalb vor allem eines: Die nächste Titelchance darf nicht wieder so fahrlässig verspielt werden.