Alstom-Standorte IG Metall setzt auf Partner

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Die Gewerkschaft bringt einen ausländischen Käufer ins Spiel. Der neue Eigentümer der Standorte, General Electric, lehnt diesen jedoch ab.

Schon mehrfach haben die Beschäftigten der von General Electric übernommenen Alstom-Standorte wie auf unserem Bild in Mannheim für die Erhaltung ihrer Arbeitsplätze demonstriert. Foto: dpa
Schon mehrfach haben die Beschäftigten der von General Electric übernommenen Alstom-Standorte wie auf unserem Bild in Mannheim für die Erhaltung ihrer Arbeitsplätze demonstriert. Foto: dpa

Stuttgart - Die IG Metall will die Arbeitsplätze an den früheren Alstom-Standorten Mannheim, Stuttgart und Bexbach im Saarland mit Hilfe eines Investors retten. Dies erklärte der Erste Bevollmächtigte der Gewerkschaft in Mannheim, Klaus Stein. Zusammen mit der schweizerischen Unternehmensberatung Rasenberger Toschek und dem saarländischen Wirtschaftsministerium sei ein Konzept für die Übernahme dieser Standorte durch einen Investor entwickelt worden, sagte Stein. Das Konzept sieht vor, dass die Produktion von Gasturbinen und deren Komponenten in Mannheim und Bexbach eingestellt wird, dennoch sollen die Standorte nicht geschlossen werden.

Interessent aus dem Ausland

Der mögliche Investor habe erkannt, dass man an den Standorten nicht nur Turbinen bauen könne, sondern dort auch umfangreiche Erfahrung bei Entwicklungsarbeiten, Produktion und Vertrieb besitze. Der interessierte Partner „aus einem anderen Kontinent“ habe viel Erfahrung in der Bearbeitung und Verarbeitung von Eisen und Stahl und komme auf einen Jahresumsatz von rund zehn Milliarden Euro. Dies biete „eine tolle Perspektive“, meinte Stein.

„Angebot ist unseriös“

General Electric lehnt den von der IG Metall ins Spiel gebrachten Investor ab. Dieser habe weder einen klaren Geschäftsplan noch ein konkretes Übernahmeangebot vorgelegt, erklärte ein Sprecher der deutschen Niederlassung von General Electric. Deswegen betrachte General Electric das Angebot als „unseriös“. Wenn dieser Investor nicht zum Zuge komme, gäbe es auch die Möglichkeit, „mit anderen Investoren zu reden“, sagte der Sprecher. Der Konzern weist zur Begründung seiner schon länger verkündeten Schließungsabsicht auf Überkapazitäten im Markt für Gas- und Dampfturbinen hin.

In Manheim arbeiten noch 1700 Beschäftigte, bedroht sind nach Gewerkschaftsangaben 1100 Arbeitsplätze. In Stuttgart sollen 150 der nach früheren Angaben 250 Stellen gestrichen werden, dem Werk Bexbach mit 180 Beschäftigten droht das komplette Aus. General Electric hatte die Standorte Ende 2015 vom französischen Alstom-Konzern gekauft.