Am Dienstagabend wurde der neue Altbacher Bürgermeister Sebastian Flörchinger feierlich vereidigt. Plochingens Bürgermeister hat mahnende Worte für den neuen Amtskollegen.
An einen Moment kann er sich noch gut erinnern. Kurz nach der Wahl am 19. Oktober 2025 habe ihm jemand eine Tasse mit der Aufschrift „Mut“ geschenkt, berichtete der neue Altbacher Bürgermeister, Sebastian Flörchinger (42), während seiner Vereidigungsfeier in der Gemeindehalle. „Die Anforderungen an das Amt sind gewachsen“, erklärte er. Viele Menschen würden sich von der Politik nicht mehr mitgenommen fühlen. „Ich verspreche Klarheit“, kündigte er an. Mit Ehrlichkeit und Transparenz wolle er Vertrauen zurückgewinnen. In Altbach sollen mutige Entscheidungen getroffen werden, um die Gemeinde in den kommenden Jahren weiterzuentwickeln.
Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von der Kapelle des Musikvereins Altbach. Die formelle Vereidigung oblag dem CDU-Fraktionsvorsitzenden Michael Euchenhofer.
Eine neue Rolle für den Altbacher
Der stellvertretende ehrenamtliche Bürgermeister Mathias Lipp verwies in seiner Rede auf das besondere Profil Flörchingers, der bisher nicht in der öffentlichen Verwaltung, sondern bei einem Automobilhersteller tätig war. Flörchinger sei ein Quereinsteiger mit lokaler Bindung. „Man kennt Sie beim Namen“, so Lipp. Ihm hätten die Wähler das Vertrauen ausgesprochen und damit ein Signal für einen Wechsel gegeben.
Nun ändere sich die Perspektive für den neuen Bürgermeister, kündigte Lipp an. Das Netzwerk Flörchingers in der Gemeinde könne sowohl Segen als auch Fluch sein. Jetzt müsse vielleicht auch gegenüber Freunden ein „Nein“ ausgesprochen werden, wenn es das Gemeinwohl erfordere. Zuweilen müssten auch unpopuläre Entscheidungen getroffen werden. Eine neue Distanz sei nötig. Der Gemeinderat werde jedenfalls seine Kontrollfunktion ausüben, kündigte Lipp an.
Mahnende Worte von Plochingens Bürgermeister
Nach einem Grußwort des Landrats Marcel Musolf hieß Plochingens Bürgermeister Frank Buß seinen neuen Amtskollegen willkommen. Er sehe es kritisch, dass Bürgermeister keine fachliche Qualifikation vorweisen müssten. Eine Kommunalverwaltung funktioniere nicht wie ein Unternehmen, so Buß. Im Gemeinderat hätten die Räte unterschiedliche Ziele. Dem Bürgermeister obliege es „den Laden zusammenzuhalten“, wie es Buß formulierte.
Den Wahlkampfflyer Flörchingers habe er gelesen. „Die Wähler werden Sie beim Wort nehmen“, kündigte der Plochinger Bürgermeister an. Und das Urteil ist zuweilen nicht gerecht, wie Kommentare in Sozialen Medien oder Leserbriefen zeigten. „In dieser neuen Welt müssen Sie nun mit ihrer Familie ankommen“, so Buß.