Die Alte B 14 nutzen viele Autofahrer bei Stau auf der B 14 als Ausweichstrecke. Wenn es nach dem Willen der Stadt Waiblingen geht, soll sich das aber ändern.

Waiblingen - Es kommt selten vor, dass die Waiblinger Stadtverwaltung mit einer Stellungnahme im Gemeinderat für Verblüffung sorgt. In der jüngsten Sitzung ist aber genau das der Fall gewesen. Die Fraktion Grüne, Natur- und Tierfreunde (Grünt) hatte dort den Rückbau der vierspurigen Alten B 14 in Richtung Fellbach beantragt – und insgeheim vermutlich mit wenig Zustimmung gerechnet. Die frei werdenden Flächen, so die Forderung, sollten dann zum Radweg sowie zu Grün- und Flanierflächen umgebaut werden.

Eine „etwas weltfremde Idee“, befand der SPD-Fraktionsvorsitzende Roland Wied, und Julia Goll (FDP) argumentierte: „Wenn wir dort den Verkehr reduzieren, fällt er woanders an.“ Bei der Stadtverwaltung allerdings stieß die Idee auf Zustimmung: Sie schlug vor, das Ziel eines Rückbaus von vier auf zwei Spuren zu unterstützen und dadurch überörtlichen Verkehr dorthin zu verdrängen, wo er hingehöre – auf die neue Bundesstraße 14. Das Motto sei dabei: „Wer Straßen reduziert, reduziert den Verkehr.“

Der Transitverkehr soll nicht angelockt werden

„Das ist keine Spaßantwort“, versicherte der Oberbürgermeister Andreas Hesky. Es gehe darum, wie Waiblingen damit umgehe, „dass wir Achsen durch unsere Stadt haben, die sich nicht verändert haben, obwohl es die B 14 gibt“. Es stelle sich schon die Frage, wieso in Waiblingen regelmäßig die innerstädtischen Straßen verstopft seien, wenn es auf der B 14 oder im Bereich des Kappelbergtunnels einen Unfall gebe. Schuld seien die Transitstrecken, die Verkehr anlockten, der nicht nach Waiblingen gehöre, sondern auf die B 14, die B 29 oder die Westumfahrung. „Wir haben in unserer Stadt Verkehr, den wir hier nicht brauchen“, so Hesky. Für die Fahrzeuge, die tatsächlich in die Innenstadt wollten, reichten weniger Spuren aus.

Die Stadt Waiblingen plant jetzt Verkehrszählungen

Zwar war vor wenigen Jahren eine Reduktion der Fahrspuren schon einmal geprüft und von einem Gutachter nicht empfohlen worden, trotzdem soll diese nach Ansicht der Verwaltung nun das langfristige Ziel sein. Weil die Alte B 14 eine Landesstraße ist, müsste ein Rückbau aber vom zuständigen Regierungspräsidium Stuttgart genehmigt werden. Die Waiblinger Verwaltung will mittels Verkehrszählungen neue Erkenntnisse zum Ziel- und Quellverkehr auf der Alten B 14 sammeln und dann aufgrund der Erkenntnisse eventuell weitere Schritte zur Neuordnung der Straße einleiten. Eine Verminderung der Fahrspuren und der gewonnene Platz wäre auch im Hinblick auf den geplanten Radschnellweg in Richtung Fellbach interessant. Der Gemeinderat stimmte dem Ziel einer Neuordnung geschlossen zu.