Stadtkind Stuttgart

Alte Mercedes-Niederlassung Da geht noch mehr im Kessel

Von Martin Elbert 

Fünf Architekturstudenten wollen das Nachtleben in Stuttgart abwechslungsreicher machen. Am Mittwochabend startet das Projekt. Und so soll es werden. 

Stuttgart- An kreativen Köpfen mangelt es in Stuttgart nicht. Gerade in einer Stadt im Umbruch, in der auf der einen Seite wahnsinnig viel gebaut wird und auf der Anderen etliche Gebäude leer stehen, kreisen manchen Menschen einige Ideen durch den Kopf. So auch fünf Architekturstudenten, die sich zu .temp bzw. temp-project.de zusammengeschlossen haben. Am kommenden Mittwoch, 31. Oktober debütiert man mit der ersten Veranstaltung, schlicht „No. Eins“ getauft, in der ehemaligen Mercedes-Niederlassung.

„.temp sieht sich als Initiator eines alternativen, facettenreichen Abendprogramms in ausgewählt, determinierten Räumlichkeiten, urbanen Leerstands“, erklärt Tilman Schmidt-Föhre, einer der fünf Mitstreiter. Weiterhin versteht man sich als Plattform für regionale Künstler, die interdisziplinäre Interaktion zwischen Musik, Kunst, Medien, Technik und Architektur anregen und fördern möchte. „Dies erreicht .temp durch die Verknüpfung zwischen Vernissage- und Abendveranstaltung-Charakter.“

Lichtinstallationen und DJ-Set

Für den kommenden Mittwoch bedeutet das konkret: Nach einem Warmup mit entspannter elektronischer Musik werden .temp gemeinsam mit Davor Branimir Vincze, Student des Pariser Instituts experimenteller elektronischer Musik des Centre Pompidou, selbst zum Hauptakteur. „Der eigene Beitrag von .temp ist die Gestaltung des Raumes durch Lichtinstallationen und Projektionen. Wir verändern, täuschen und intensivieren Raum, dessen Wirkung, Wahrnehmung und Nutzung.“ Am Mittwoch will man das mit einer 3D Projektion im Einklang mit experimenteller Klangwelten erreichen. Außerdem kombinieren Fabian Reichelt und Raycoux Jr. Live-Gesang und DJ-Set an dem Abend.

Das .temp-Quintett aus „aufgeweckten Architekturstudenten“ und „interessierten Innenstadtmenschen“ hat sich an der Universität Mitte kennengelernt. „Wir setzen uns ständig mit Stuttgart, seinen Kulturangeboten und Freizeitmöglichkeiten auseinander.“ Und was sie gesehen haben, war nicht immer ihres – und da könnte mehr gehen, so .temp-Mitglied Robin Schmuda. Der Kessel hätte großes Potential und viele Möglichkeiten. „Für den einen oder anderen mag durch die Theodor-Heuss-Strasse der Bedarf gedeckt sein, welche wir auch in keinem Falle negativ sehen, uns jedoch fehlen die Alternativen“, erklärt Schmuda die Motivationsgründe aus einer gemeinsamen Studienarbeit, die .temp ursprünglich war, mehr zu machen. Außerdem sei der Punkt Lichtgestaltung durch Projektionstechniken, den sie selbst übernehmen, eine wesentliche Wurzel des Vorhabens, und so machte man sich Ende April ans Konzept.

Dabei legt man großen Wert auf Kleinigkeiten und versucht ein Auge fürs Detail zu haben, die ihrer Meinung nach das große ganze ausmachen. „Bei uns kommt alles aus eigener Hand, vom Design, Branding, Konzept, Entwurf und Programmierung der Homepage, bis zur Organisation der Events“, betont Schmuda. Dabei sei man auch in den letzten Monat häufig an die eigenen Grenzen gestossen und musste viel Lehrgeld zahlen. „Doch genau aus diesem Grund haben wir unser Projekt gestartet. Neue Konzepte, Strategien entwickeln, dafür Wege und Lösungen zu generieren um diese umsetzen zu können.“

Mittwochabend um 23 Uhr in der alten Mercedes-Niederlassung

Ob man genügend Lehrgeld gezahlt hat und Lösungen gefunden hat, wird man am Mittwochabend in der ehemaligen Daimler-Niederlassung, Heilbronnerstraße 67, sehen wenn die großen Vorhaben reibungslos über die Bühne gegangen sind.Nach dem Kick-Off-Event will man jedenfalls an seinen Prinzipien festhalten und „nach Möglichkeit leerstehende, urbane Räumlichkeiten zu temporären Kunst- und Kultur-Hochburgen umnutzen.“ Letztendlich bleibt da vielerorts die Frage, inwieweit die Stadt da mitmacht. Bei der die Bespielung von Off-Locations sind schon leider einige gescheitert.

 




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