Alte Poststraße in Leinfelden-Echterdingen Stadt denkt über versenkbare Poller nach

Von Natalie Kanter 

Zu schnell unterwegs: Die Stadtverwaltung von Leinfelden-Echterdingen bastelt an Lösungen um den Schleichverkehr auf der Alten Poststraße auszubremsen. Die war bis vor Kurzem wegen Kröten zeitweise gesperrt, ist nun aber wieder offen.

Tempo 20 gilt nicht mehr. Mittlerweile darf auf der Alten Poststraße wieder  Tempo 30 gefahren werden. Auch die   zeitweise Sperrung ist aufgehoben Foto: Natalie Kanter
Tempo 20 gilt nicht mehr. Mittlerweile darf auf der Alten Poststraße wieder Tempo 30 gefahren werden. Auch die zeitweise Sperrung ist aufgehoben Foto: Natalie Kanter

Leinfelden-Echterdingen - Noch kann keine Entwarnung gegeben werden. Erdkröten sind laut der Ortsgruppe des Naturschutzbunds (Nabu) nachts weiter auf der Alten Poststraße unterwegs. Sie wandern zurück von den Laichplätzen zu ihren Schlupflöchern. „Auch dem Feuersalamander kann man dort begegnen“, sagt der Nabu-Amphibienexperte Martin Rahlenbeck. Wer abends mit dem Auto auf dem Verbindungsweg unterwegs ist, der von Echterdingen nach Steinenbronn führt, sollte aufpassen, wenn er kein Tier überfahren will.

Vier Wochen lang war die Alte Poststraße von nachmittags an bis kurz vor zehn Uhr morgens für Autofahrer gesperrt. Dafür wurde ein Container an der Schlößlesmühle aufgestellt, jeden Nachmittag haben Mitarbeiter des Bauhofes zusätzlich eine Absperrkette angebracht. „Das hatte einen riesigen Effekt für den Schutz der Amphibien“, sagt Rahlenbeck. Er spricht von einer „Verbesserung um 80 Prozent“. Der Zeitpunkt der Sperrung sei gut und richtig gewesen, wenn sie auch ein paar Tage länger hätte dauern können.

Die große Wanderzeit für Kröten ist vorbei

Seit Ende März ist die zeitweise Sperrung des Verbindungsweges wieder aufgehoben. „Die große Wanderzeit der Kröten ist für dieses Frühjahr vorbei“, sagt Bürgermeister Carl-Gustav Kalbfell. Deshalb wurden die Krötenschilder abgebaut, der Container und die Absperrkette weggeräumt. Es gilt wieder Tempo 30, anstatt Tempo 20 auf der Strecke.

„Jetzt kann wieder gerast werden“, sagt Wolfgang Haug, Vizevorsitzender der Fraktionsgemeinschaft L.E. Bürger/FDP, dazu trocken. Wie berichtet, hatte sich der FDP-Stadtrat dafür eingesetzt, die Alte Poststraße dauerhaft zum Schutz der Menschen, die dort Ruhe und Erholung suchen, dicht zu machen. Er hatte damit eine Diskussion erneuert, die bereits 1973 im politischen Gremium der damals noch eigenständigen Gemeinde Echterdingen geführt wurde.

Haug hatte die Stadtverwaltung via Antrag gebeten, die rechtlichen Rahmenbedingungen für eine solche Sperrung zu prüfen. Das Ziel: Den Schleichverkehr, der teils rasant über die Alte Poststraße braust, auszusperren. Eine Antwort liegt dem FDP-Mann mittlerweile vor. Darin heißt es, dass diese Rahmenbedingungen geprüft werden sollen. Der Stadtrat bewertet das Schreiben „als Zwischenbericht“. Er kündigt gegenüber unserer Zeitung an, an dem Thema so lange dran zu bleiben, bis er einen endgültigen Bericht erhält.

Im Gemeinderat sollen Lösungen vorgestellt werden

Baubürgermeisterin Eva Noller sagt unserer Zeitung auf Nachfrage, dass dem Gemeinderat im Mai Vorschläge zur Lösung des Problems vorgestellt werden sollen. Eine Idee ist ein versenkbarer Poller, den nur Berechtigte via Fernbedienung öffnen können. „Das wäre eine komfortable, aber auch kostspielige Sache“, sagt sie.

Eine Delegation der Verwaltung hat vor zwei Wochen die Anlieger der Straße – also die Betreiber der Schlößlesmühle und die Inhaber des Reiterhofes Walzenmühle getroffen. „Es ist schwierig, eine Lösung zu finden, die alle zufriedenstellt“, sagt Bürgermeister Kalbfell. Eine Schranke würde helfen, die Pendler, welche die Alte Poststraße morgens von halb acht an und auch nachmittags gerne als Abkürzung nutzen, auszubremsen. Die Anlieger aber würden wenig davon halten, ständig die Schranke auf- und absperren zu müssen. Zudem wird die Straße auf der Steinenbronner Seite als Gemeindeverbindungsstraße geführt. Um eine Schranke aufzustellen, müsste sie also erst einmal entwidmet werden.

Kalbfell kündigt an, dass die Stadt das Tempolimit auf dem Verbindungsweg kontrollieren will. 2016 hat man nur zweimal einen Blitzer an der Strecke positioniert – in diesem Jahr bereits viermal.