Alte Schule an der Schemppstraße Stadt will Bücherei genehmigen

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Bernd Hoffmanns Idee feiert bald ersten Geburtstag: Er will eine Gratis-Bücherei in Riedenberg einrichten. Nach langem Hin und Her zeichnet sich nun ab, dass es klappt.

Bernd Hoffmann hatte einst eine Gratis-Bücherei in einer Sillenbucher Garage. Dort musste er aber raus. Foto: Archiv Sägesser
Bernd Hoffmann hatte einst eine Gratis-Bücherei in einer Sillenbucher Garage. Dort musste er aber raus. Foto: Archiv Sägesser

Riedenberg - Bernd Hoffmann ist ein geduldiger Mensch. Wäre er es nicht, wäre das Projekt wohl längst geplatzt. Das Projekt ist Bernd Hoffmanns Idee, in der Alten Schule in Riedenberg eine Bücherei zu eröffnen. Die Lektüre möchte er gratis an die Bürger verleihen. Mit 80 Kisten Lesestoff will er in das zum Bürgerhaus umgebaute Gebäude an der Schemppstraße 10 ziehen. Bernd Hoffmann will dies nicht erst seit gestern, die Idee feiert in diesen Tagen ihren ersten Geburtstag.

Die Lokalpolitiker fragen ständig nach dem Projekt

Nach langem Hin und Her zeichnet sich nun ab, dass der Sillenbucher seine Kisten bald ins Auto hieven und gen Riedenberg bringen kann. Nach Auskunft von Rainer Grund, dem stellvertretenden Leiter des Baurechtsamts, soll die Genehmigung „im Laufe dieses Monats“ erteilt werden. Die Unterlagen seien nun vollständig. Weil sie dies während der vergangenen Monate nicht waren, hing die geplante Bücherei in der Warteschleife. In dieser Zeit verging nahezu keine Bezirksbeiratssitzung, in der die Lokalpolitiker nicht nach dem Stand der Dinge gefragt hätten.

Probleme hat vor allem die Statik bereitet. So musste ein Fachmann überprüfen, ob das Haus an der Schemppstraße die Bücherlast überhaupt stemmen könnte. Aber auch andere Fragen haben die Stadt beschäftigt, zum Beispiel im Hinblick auf die Fluchtwege und die Parksituation. Laut Rainer Grund vom Baurechtsamt sind mittlerweile alle Fragen beantwortet, wobei der Bauherr – trotz der in Aussicht gestellten Baugenehmigung – noch vor dem Einzug der Bücherkisten nachweisen müsse, dass die Statik gewährleistet sei.

Die Stadt muss wohl eine fünfstellige Summe investieren

Der Bauherr ist das Liegenschaftsamt. Thomas Zügel, der Amtsleiter, teilt mit, dass die Bibliothek wohl nicht ohne bauliche Veränderungen in den ersten Stock der Alten Schule ziehen könne. Entweder sollen im Erdgeschoss Stützen angebracht werden, oder aber der Boden wird mit Stahlträgern verstärkt. „Das ist zum einen eine Kostenfrage“, sagt Zügel. Zum anderen frage man sich, welche Version die Besucher des Gebäudes weniger stört. Derzeit steht eine geschätzte Summe von 20 000 bis 30 000 Euro im Raum – wobei Zügel nicht sagen kann, für welche Variante.

Dass das Projekt letztlich doch noch an diesen Umbaukosten scheitert, glaubt Zügel nicht. „Ich gehe davon aus, dass wir nicht mehr zurückrudern können.“ Die Bücherei sei schließlich „eine sinnvolle Nutzung“, wie der Amtsleiter sagt.

Von einer Miete sei bisher nicht die Rede gewesen

Auch wenn sich abzeichnet, dass Bernd Hoffmann seine Gratis-Bücherei in diesem Sommer eröffnen kann, steht trotzdem noch eine ungeklärte Frage im Raum: wie hoch die Miete sein soll, die der ehrenamtliche Bibliothekar zahlen muss. „Kostenlos gebe ich das Gebäude nicht her“, sagt Zügel.

Miete sei bisher kein Thema gewesen, sagt Bernd Hoffmann. Eine Kaltmiete wolle er aber „eher nicht“ an die Verwaltung überweisen. Die Energiekosten hingegen schon. „Das ist ja klar“, sagt er. Das zahle er dann privat. Sollte das Liegenschaftsamt auf einen Mietzins bestehen, „dann muss ich eben umdenken“. Seine Bücher könnte er unter diesen Umständen kaum mehr kostenlos verleihen. „Aber ein K.O.-Kriterium wäre es nicht.“ Bernd Hoffmann ist eben wirklich ein geduldiger Mensch.

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