Alternative zur Stuttgart-21-Planung 13 Jahre Bauzeit für Gäubahn – höhere Kosten

Die Gäubahnstrecke führt noch durch Stuttgart. Künftig sollen die Züge aus Singen über den Flughafen und den Fildertunnel zum Hauptbahnhof fahren. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth
Die Gäubahnstrecke führt noch durch Stuttgart. Künftig sollen die Züge aus Singen über den Flughafen und den Fildertunnel zum Hauptbahnhof fahren. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) fordert, dass auch Regierungsvertreter aus der Schweiz mit am Tisch sitzen, wenn über den Ausbau der Gäubahn gesprochen wird.

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Stuttgart. - Der Ausbau der Gäubahn zwischen Stuttgart und Singen wird einschließlich der Planung 13 Jahre dauern. Mit dieser Zeitspanne rechnen die Büros Trimode und Intraplan Consult, die im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums die Wirtschaftlichkeit des Ausbaus betrachtet hatten. Dazu zählt auch ein rund zwölf Kilometer langer Tunnel von Böblingen-Goldberg zum Landesflughafen, für den der Berliner Verkehrsstaatssekretär Steffen Bilger (CDU) plädiert. Bilger nannte Anfang März bei einer Pressekonferenz Daten aus dem Gutachten. Inzwischen ist es öffentlich.

Kostenkalkulation auf altem Stand

Im Papier der Büros fällt auf, dass die Investitionskosten mit dem Preisstand 2015 berechnet worden sind. Ingenieurbauwerke haben sich seitdem laut statistischem Bundesamt um 17,4 Prozent verteuert, was Gesamtkosten für die Gäubahn von 2,5 statt 2,1 und für den Tunnel zum Flughafen von 1,1 Milliarden statt 919 Millionen Euro bedeuten könnte. Im Bundesverkehrswegeplan sind bisher 551 Millionen Euro für den Streckenausbau vorgesehen. Die Experten unterstellen außerdem, dass das Projekt Stuttgart 21 mit dem Anschluss der Gäubahn an den Flughafen über die bestehenden S-Bahn-Gleise verwirklicht ist, bevor die beiden Röhren zum Airport gebaut werden. Politisch werden die Tunnel nicht als Ergänzung, sondern Alternative zur S-21-Planung diskutiert. In jedem Fall droht eine mehrjährige Unterbrechung des Direktanschlusses der Gäubahn an den Hauptbahnhof.

Schweizer sind gefragt

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) appelliert, zu dem von Stuttgarts OB Frank Nopper vorgeschlagenen Gäubahngipfel Vertreter des Schweizer Bundesamts für Verkehr einzuladen, die ein solches Treffen schon im Herbst 2020 angemahnt hatten. Von den Plänen seien auch Fahrgäste aus der Schweiz betroffen, so VCD-Landesvorsitzender Matthias Lieb. Er fordert, dass Vertreter von Fahrgastverbänden und –beiräten mitdiskutieren, zumal mit dem Ausbau der Gäubahnhalt in Böblingen für IC entfallen und in Singen an den Stadtrand verlegt werden soll.

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