Alternatives Weihnachtsshopping in Stuttgart Kleine Märkte statt großer Mall

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Mit der Dekumo, Holy Shit Shopping und Schöne Bescherung gibt es im Dezember drei alternative Weihnachtsmärkte, auf denen man wenig Nützliches aber viel Schönes kaufen kann. Wir stellen zwei Aussteller vor.

Christiane Köhne (links) und Caro Weiss bieten auf der Dekumo Schmuck an. Die Firma Neckarliebe fotografiert auch an stillen Örtchen für VfB-Fans. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko, StZ-Archiv (2)
Christiane Köhne (links) und Caro Weiss bieten auf der Dekumo Schmuck an. Die Firma Neckarliebe fotografiert auch an stillen Örtchen für VfB-Fans. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko, StZ-Archiv (2)

Stuttgart - Früher ging Schmuck kaufen meistens so: je spendabler der Mann war, desto spektakulärer fielen der Ring oder die Ohrringe aus. Anders läuft es bei den beiden Schmuckdesignerin Christiane Köhne und Caro Weiss, die sich ein kleines aber feines Ladenatelier im Heusteigviertel teilen. „Ich mache gerne Schmuck für Frauen, die sich selbst etwas aussuchen und es auch selbst bezahlen“, sagt Christiane Köhler. Modern wie ihre Lebensauffassung ist auch ihr Schmuck.

Zeitgenössische Schmuckkunst heißt auch ganz offiziell das, was Köhne & Weiss machen. Ihre Stücke sind in Kunstgalerien auf der ganzen Welt zu betrachten – und zum Beispiel auf der Messe für Design, Kunst und Mode: Dekumo (siehe Infokasten) in Stuttgart zu sehen und zu kaufen. „Messen wie die Dekumo sind sehr wichtig für uns, weil wir da mit den Leuten ins Gespräch kommen“, sagt Caro Weiss.

Die beiden wollen ihre Schmuckstücke nicht im Internet verkaufen, sondern direkten Kontakt zu ihren Kunden haben. „Auf Messen bekommt man viel Feedback und man kann den Leuten erklären, wie der Schmuck entsteht.“ Das ist bei Christiane Köhne eine seltene, fast ausgestorbene Technik. Das Guillochieren ist eine historische Gravurart, mit der in der Zarenzeit die Fabergé-Eier verziert wurden. Viele kennen die Technik auch von alten, silberfarbenen Zigarettenetuis, auf denen feine geometrische Muster eingraviert worden sind.

Von Postkarten über Möbel zu Schmuck

Bei Caro Weiss geht es weniger geometrisch zu, sondern eher verspielt: „Ich gieße einige Stücke in Wachs, das ergibt runde Formen, die manchmal ein bisschen an Kinderknete erinnern.“ Auch von ihr sind alle handgefertigten Stücke Unikate. Das müssen die zwei Frauen manchmal den Besuchern von Messen erklären, die einen Schreck bekommen, wenn eine Kette mehr als hundert Euro kostet. Es kommt schon vor, dass es ein paar Tische weiter Schmuck gibt, der weniger kostet. „Bei uns steckt viel Arbeit und nur Edelmetall drin und wir machen das hauptberuflich“, sagt Caro Weiss, die gemeinsam mit Christiane Köhler Schmuckdesign in Pforzheim studiert hat.

Die Vielfalt auf den Messen – von hochwertigen Produkten bis zu einfachen Postkarten – ist gewollt. Es gibt Möbel, Kleidung, Gemälde, Kinderspielsachen, Lampen, Snowboards, Kissen und natürlich Schmuck – oft Sachen, die man eigentlich nicht braucht, die aber Spaß machen. Und die sich gut machen als Weihnachtsgeschenke. Sie kommen nicht von der Stange, sie sollen individuell rüberkommen.

Das Bad Berg – ein Teil der „Heimat“-Serie

So wie die Sachen von Neckarliebe: Fotos und Postkarten mit Stuttgartmotiven, Vesperbretter, Schlüsselanhänger und Schalen aus Beton. Anders als Köhne & Weiss machen Julia und Daniel Zürn die Produkte von Neckarliebe neben ihrer eigentlichen Arbeit in einem Architekturbüro und bei einem Autozulieferer. Es gibt die Sachen in einigen Läden zu kaufen (Annas Kaufladencafé, Eckhaus, Studiotique) und bei der Messe Holy Shit Shopping im Römerkastell.

Am beliebtesten sind die quadratischen Heimat-Bilder zum Aufhängen. Auf ihnen sind unspektakuläre, aber typische Ausschnitte von Stuttgart zu sehen: der Schriftzug vom Bad Berg, Graffitis, Hinterhöfe oder der Schatten des Fernsehturms. „Wir haben immer eine Liste dabei, weil uns ständig Motive auffallen, wenn wir durch die Stadt gehen“, sagt Julia Zürn. Inzwischen gibt es auch Heimatserien für die Städte Tübingen, Reutlingen, Esslingen, Schwäbisch Gmünd und eine limitierte Reihe zum VfB Stuttgart (wobei es letztere derzeit schwer haben dürfte, reißenden Absatz zu finden).

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