Altes Geschäft in Stuttgart-Ost Die drei Frauen vom Papierwarenladen am Stöckach

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Im Schreibwarenladen direkt am Stöckachplatz ist einst sogar Herman Lenz Kunde gewesen.

Der Klingler-Laden wurde später zum Friseursalon umgebaut. Foto: Sammlung Gohl
Der Klingler-Laden wurde später zum Friseursalon umgebaut. Foto: Sammlung Gohl

S-Ost - Vor einigen Wochen hatte der Museumsverein Stuttgart-Ost (Muse-O) über einen Aufruf auch in dieser Zeitung um Unterstützung gebeten: Auf einem alten Foto waren drei Frauen in einem Spielwarengeschäft zu sehen – aber niemand wusste, um wen und vor allem um welchen Laden im Stuttgarter Osten es sich handelt. Dank der Unterstützung unserer Leser konnte zumindest die letzte Frage mit ziemlicher Sicherheit geklärt werden – es war wohl das einstige Schreibwarengeschäft Klingler direkt am Stöckachplatz. Der erste Hinweis darauf war laut Muse-O-Vorstandsmitglied Ulrich Gohl vom früheren Direktor des Zeppelin-Gymnasiums, Reinhold Weh, gekommen. Dort habe schon der Dichter Hermann Lenz eingekauft, so der Schulleiter. Lenz hat den Laden sogar in seinen erstmals im Jahr 1975 als Buch erschienen Straßengeschichten verewigt. „Drüben, am Rand des Stöckachplatzes, wo jetzt ein Friseurladen rosa lächelt, habe ich mir als Sechzehnjähriger im Papierwarengeschäft Klingler einen Reclamband von Mörikes Gedichten in Leinen binden lassen“, heißt es dort.

Der Historiker Gohl forschte nach diesem Hinweis in den digitalisierten Stuttgarter Adressbüchern auf der Internetseite der Württembergischen Landesbibliothek nach und fand dort auch problemlos die exakte Adresse, die Neckarstraße 158 B. Und auch der spätere Betreiber des rosafarbenen Friseurladens, Heinz Härle, bestätigte die Vorgeschichte. Sein Vater habe das Ladenlokal im Jahr 1963 von den vier Geschwistern Klingler – drei Schwestern und ein Bruder – gemietet und zu dem Friseursalon umgestaltet.

Auch eine Leserin dieser Zeitung erkannte das Geschäft wieder. Ihre Mutter habe in der Nachkriegszeit dort geputzt und sie selbst, als sie noch ein kleines Mädchen war, ab und zu mitgenommen. Ihr hatten es vor allem die schönen Spielsachen dort angetan, das weiß sie noch heute. Ob es sich bei den drei abgebildeten Frauen um die drei Schwestern Klingler handelt, ist aber unklar. Eine Nichte der Geschwister bezweifelte das Muse-O gegenüber.

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