Altes Schulhaus in Altbach Sanieren oder neu bauen?
Der Altbacher Gemeinderat sollte eigentlich noch vor der Sommerpause entscheiden. Doch dann wurde das Thema überraschend von der Tagesordnung gestrichen.
Der Altbacher Gemeinderat sollte eigentlich noch vor der Sommerpause entscheiden. Doch dann wurde das Thema überraschend von der Tagesordnung gestrichen.
Die Karten liegen auf dem Tisch. Wie sich kürzlich herausgestellt hat, ist das inzwischen entkernte Alte Schulhaus in Altbach in einem so schlechten baulichen Zustand, dass eine Sanierung nur noch mit großem finanziellem Aufwand möglich wäre. Ende Juni wurden die Planer des Büros Hauser deshalb beauftragt, einen Neubau einer Kindertagesstätte als Holz- oder Massivbau auf dem Grundstück des Alten Schulgebäudes näher zu untersuchen. Die erwarteten Kosten sollten den Kosten für eine weitere Sanierung gegenübergestellt werden.
Die nun vorgestellten Kosten haben die Vermutungen bestätigt. Die Kosten für eine aufwendige Sanierung oder einen Neubau unterscheiden sich nur marginal. Wollte die Gemeinde den Bestandsbau erhalten, würde das laut den Berechnungen zwischen 7,1 und 7,39 Millionen Euro kosten. Ein Abriss und Neubau würden je nach Variante dagegen zwischen 7,33 und 7,73 Millionen Euro kosten. Die neuen Kostenberechnungen liegen zwischen 927 000 Euro und 1,55 Millionen Euro über den bisherigen Annahmen.
Bereits während der Sitzung im Juni äußerten sich Gemeinderäte unterschiedlicher Fraktionen dahingehend, dass eine Sanierung nun kaum noch sinnvoll umzusetzen wäre. Gleichwohl sind mit einem Umschwenken hin zu einem Neubau mehrere Herausforderungen verbunden. Ein wichtiger Punkt wäre, dass der Neubau später als die Sanierung fertig werden würde und damit die benötigten Kinderbetreuungsplätze später als erhofft zur Verfügung stünden. Hinzu kommt, dass einige Gewerke bereits vergeben sind, die bei einem Neubau wieder gekündigt werden müssten. Womöglich könnten die bereits beauftragten Unternehmen dann aber einen Schadenersatz geltend machen. In Summe könnte sich dies auf rund 53 000 Euro belaufen. Bereits vergebene Leistungen müssten bei einem Neubau neu ausgeschrieben werden.
Ein Vorteil sei, dass die Preise am Markt derzeit nicht mehr so hoch seien, wie noch vor einigen Monaten. „Wir gehen davon aus, dass sich am Markt zurzeit günstigere Preise, selbst mit gleichen Unternehmen, auch bedingt durch die zum Teil jetzigen Mehrmengen erzielen lassen“, heißt es in einer Sitzungsvorlage des Rathauses.
Die Gemeindeverwaltung präferiert vor dem beschriebenen Hintergrund einen Neubau in Holzbauweise. Die Gesamtkosten dieser Variante betrügen zwischen 7,5 und 7,73 Millionen Euro. Ein Einzug wäre vermutlich im August 2026 möglich. Bei einem Massivbau rechnen die Planer damit, dass der Einzug erst zum Jahresbeginn 2027 möglich wäre. Eine Sanierung wäre nach den derzeitigen Berechnungen zwar etwas günstiger zu haben. Allerdings ließen die Planer offen, ob der Bestandsbau nicht noch mehr Überraschungen bereithält. Besprochen wurde das weitere Vorgehen während der konstituierenden Sitzung des neuen Gemeinderates kurz vor der Sommerpause spontan hinter verschlossenen Türen. Den einen oder anderen Gemeinderat grämt es, dass sich trotz mehrjähriger Planung nun herausstellt, dass das Alte Schulhaus nicht mehr in einem finanziell sinnvollen Rahmen sanierbar ist. Eine Machbarkeitsstudien wurde zwar in der Vergangenheit erstellt. Eine tiefergehende Untersuchung der Bausubstanz hat aber im Vorfeld nicht stattgefunden.
Der Altbacher Bürgermeister Martin Funk begründet die Herstellung der Nichtöffentlichkeit mit einem Rechtsgutachten, das besprochen worden sei. In der nächsten Sitzung des Gemeinderates nach der Sommerpause solle aber öffentlich über das weitere Vorgehen gesprochen und auch der Beschluss für das weitere Vorgehen gefasst werden.