Altkreis Die Erkältungswelle macht keine Ferien

Von Kathrin Klette 

Die Wartezimmer der Arztpraxen sind voll. Husten, Schnupfen, Fieber und Magen-Darm-Erkrankungen plagen die Menschen. Bislang blieb es allerdings bei den eher „milderen“ Infekten, die richtige Influenza macht noch nicht die Runde.

Ob Männer wirklich mehr leiden als Frauen? In der Redaktion gehen die Meinungen zu diesem Thema auseinander. Foto: dpa
Ob Männer wirklich mehr leiden als Frauen? In der Redaktion gehen die Meinungen zu diesem Thema auseinander. Foto: dpa

Altkreis - Draußen schneit es dicke weiße Flocken vom Himmel, und drinnen wird geschnieft, gehustet und gebibbert. Manch einen hat es noch schlimmer erwischt, einige liegen mit Fieber und Kopfweh im Bett oder haben sich im Badezimmer dicht an der Toilette häuslich eingerichtet. Der Winter und die Erkältungswelle haben den Altkreis fest im Griff – und die Wartezimmer der Arztpraxen sind voll.

Natürlich haben einige Mediziner zwischen den Jahren auch die Urlaubsvertretung für Kollegen übernommen, was spürbar mehr verschnupfte Nasen an die jeweiligen Empfangstheken lockt. „Wir merken es aber schon seit Wochen, dass eine Welle rumgeht“, berichtet die Mitarbeiterin einer Weil der Städter Arztpraxis. „Bei uns ist richtig was los“, heißt es aus einer nahegelegenen Einrichtung. Erkältungen und Magen-Darm-Infekte seien gerade sehr verbreitet. Das spürt auch die Allgemeinmedizinerin Barbara Mergenthaler, die eine Gemeinschaftspraxis in Renningen betreibt. „Es sind vor allem grippale Infekte, das läuft jetzt schon seit November“, sagt sie.

Die Verschnaufpause ist ausgefallen

Insgesamt sei die Zahl der Erkrankten diesen Winter wohl etwas höher als sonst, „aber sehr aus der Reihe fällt es nicht“, glaubt sie. Auffallend sei jedoch, dass es sonst in den Weihnachtsferien immer eine kleine „Verschnaufpause“ zwischen den Schüben an Infektionen gebe. „Das ist sonst die Zeit, in der man eher auch mal zuhause ist und nicht mit so vielen unterschiedlichen Menschen zusammenkommt“, so Mergenthaler. Diese Pause sei dieses Jahr ausgeblieben.

Was sich bei den Patienten in den Wartezimmern bislang noch kaum zeigt, ist die echte Grippe, die Influenza. „Oft kommt die erst im Februar oder März“, sagt der Leonberger Arzt Rainer Merk. Grippeimpfungen seien daher immer noch möglich. Empfohlen wird diese insbesondere für Menschen mit Vorerkrankungen und für Senioren.

Grippe oder doch nur ein grippaler Infekt?

Aber wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen einem grippalen Infekt, also einer schweren Erkältung, und einer richtigen Grippe? „Das merken Sie“, sagt Merk. „Bei einer fieberhaften Erkältung ist man schnell angeschlagen, es geht einem danach aber auch schnell wieder besser.“ Husten und Schnupfen schleppe man oft eine Weile mit sich herum, die wirklich starken Symptome hielten aber nur wenige Tage an. „Bei der Influenza dauert das Ganze wirklich mehrere Wochen.“ Auch die Heftigkeit der Symptome sei um einiges stärker als bei einer Erkältung mit Fieber. „Mit einer Grippe kommen Sie keine Treppe mehr hoch, da ist man richtig abgeschlagen.“ Während eine extreme Erkältung deshalb nur für Menschen mit Vorerkrankung zum Problem werden kann, kann die richtige Grippe auch für sonst gesunde Menschen gefährlich sein.

Doch egal ob Erkältung oder Grippe: Eine Grundregel sollte jeder beachten, sagt Merk. Man darf sich nicht überanstrengen. Sport sei absolut tabu. Denn immer wieder geht mit grippalen Infekten auch eine Herzmuskelentzündung einher. „Man merkt das zum Beispiel daran, dass man sehr schnell außer Atem ist“, erklärt Merk. „Husten und Schnupfen sind unangenehm, aber eine Herzmuskelentzündung kann schwerwiegende Folgen haben“, warnt er. Überanstrengung kann im schlimmsten Fall sogar zu Kammerflimmern führen.

Trotzdem sei ein Gang an die frische Luft auch Erkälteten immer wärmstens empfohlen, sagt Merk. Und natürlich der Klassiker: viel trinken. „Zum Schleimlösen ist das immer noch das beste Mittel.“




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