Altkreis Leonberg Bald wandern die Frösche und Kröten

Bei ihren Wegen über Straßen begeben sich  Kröten und Frösche in   Lebensgefahr. Foto: dpa
Bei ihren Wegen über Straßen begeben sich Kröten und Frösche in Lebensgefahr. Foto: dpa

Landratsamt und Kommunen führen Tempolimits ein. Straßen werden auch geschlossen.

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Altkreis Leonberg - Der Kälteeinbruch geht zu Ende und es wird wärmer. Sobald Regen einsetzt, sind die Bedingungen für Frösche und Kröten günstig: Bei abendlichen Bodentemperaturen von über fünf Grad Celsius und feuchter Witterung machen sich die Tiere wie jedes Jahr zu ihren Laichplätzen auf.

Auch im Landkreis Böblingen können in den Hauptwanderungsnächten bis Ende April wieder viele Straßen zu tödlichen „Amphibienfallen“ werden. Deshalb kündigt das Landratsamt wieder Einschränkungen im Straßenverkehr zum Schutz der Tiere und Helfer an.

Um ein Massensterben von Tieren auf den Straßen zu verhindern, hat der Landkreis Schutzeinrichtungen entlang der Hauptwanderwege geschaffen. Dauerhafte Leitsysteme aus Stahlblech oder Beton und tunnelähnliche Durchlässe unter den Straßen sowie moderne Kunststoffgeflechte und Folien am Straßenrand sorgen inzwischen vielerorts für gefahrlose Wanderungen der Amphibien. „Allerdings sind solche Leiteinrichtungen nicht überall möglich“ sagt der Erste Landesbeamte Martin Wuttke. „Wo es notwendig ist, müssen sich Autofahrer auf Einschränkungen einstellen.“

Gefahr für Mensch und Tier

Zahlreiche ehrenamtliche Helfer, unter denen auch Kinder sind, sammeln die Frösche und Kröten an besonders gefährdeten Stellen am Straßenrand ein und tragen sie in Eimern über die Straßen. Im Dunkeln sind sie trotz Warnwesten oft selbst gefährdet. Um die Gefahr für Mensch und Tier zu verringern, haben der Landkreis und die Städte Leonberg und Sindelfingen wieder Geschwindigkeitsbegrenzungen erlassen, die voraussichtlich bis Ende April gelten. Die Geschwindigkeitsbegrenzungen werden durch die Verkehrsüberwachung des Landkreises kontrolliert.

Auf einigen Streckenabschnitten gilt ein Tempolimit in der Zeit zwischen 20 Uhr abends und 6 Uhr morgens. Es gelten Geschwindigkeitsbeschränkungen zwischen Rutesheim und Flacht auf der Kreisstraße an der Gemarkungsgrenze, auf der Kreisstraße zwischen Warmbronn und dem Frauenkreuz, zwischen Weil der Stadt und Merklingen auf der Landesstraße im Bereich des Merklinger Riedes.

Auch zwischen Gärtringen und Deckenpfronn muss auf der Kreisstraße im Bereich des Waldes am Gärtringer Regenrückhaltebecken langsamer gefahren werden, ebenso auf der B 296 am Egelsee bei Deckenpfronn sowie auf der Kreisstraße Nufringen - Rohrau, zwischen Gewerbegebiet Buchen und Autobahnunterführung. Betroffen ist die Kreisstraße zwischen Sindelfingen und Vaihingen, im Bereich der Hinterlinger Seen und die Kreisstraße zwischen Tailfingen und Hailfingen ab der Streckenmitte bis zur Kreisgrenze.

Fahrten besser planen

Auch wird die Kreisstraße zwischen Aidlingen und Dätzingen ab der Abzweigung nach Lehenweiler bis zum Ortsanfang Dätzingen wieder in den Nächten gesperrt, in denen die Kröten und Frösche wandern. Die automatische Schranke wird nur in tatsächlichen Wandernächten der Amphibien zwischen 18.30 und 5 Uhr morgens geschlossen. Ob die Straße am Abend auf oder zu ist, kann täglich von 12 Uhr an auf der Webseite des Landratsamtes unter lrabb.de/schranke abgefragt werden.

So können sich Bürger rechtzeitig informieren und ihre Fahrten besser planen. Außerdem werden Hinweisschilder aufgestellt, die die Sperrung und die Umleitung anzeigen. Sobald die Umleitung auf den Schildern aktiviert ist, ist die Straße gesperrt. „Die Sperrung dient in erster Linie den ehrenamtlich tätigen Helfern, die in den letzten Jahren auf dem unübersichtlichen und schmalen Streckenabschnitt immer wieder lebensbedrohlichen Situationen ausgesetzt waren“, erklärt Wuttke.




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