Altkreis Leonberg Leonberg verliert eine ganze Klasse an G9

Von Ulrike Otto 

180 Anmeldungen gibt es am Gymnasium Rutesheim für die nächste fünfte Klasse. An den übrigen Schulen bleiben die Zahlen stabil.

Diese Rutesheimer Gymnasiasten lernen noch nach G8. Der älteste G9-Jahrgang ist jetzt in Klassenstufe 7 angekommen. Foto: factum/Bach
Diese Rutesheimer Gymnasiasten lernen noch nach G8. Der älteste G9-Jahrgang ist jetzt in Klassenstufe 7 angekommen. Foto: factum/Bach

Altkreis Leonberg - Der große Ansturm auf das neunjährige Gymnasium (G9) ist weiter ungebrochen. Doch die Nachfrage hat sich mittlerweile auf einem beständigen Niveau eingependelt. Das zeigen die aktuellen Anmeldezahlen für die kommenden fünften Klassen an den Schulen im Altkreis Leonberg.

Das Gymnasium Rutesheim bietet als einzige weiterführende Schule im Landkreis das Abitur nach neun Schuljahren an. Hatten zum Start 2013 Eltern von 180 Kindern ihren Nachwuchs für diesen „langsamen Weg zum Abitur“ angemeldet, so waren es 2014 sogar 218 sowie in diesem und dem vergangenen Jahr wieder jeweils 180. „Das freut uns sehr und zeigt, dass die Qualität des schulischen Angebots stimmt“, sagt der Schulleiter Jürgen Schwarz.

168 Viertklässler haben eine Gymnasialempfehlung

Der G9-Start vor drei Jahren hatte vor allem bei den Leonberger Gymnasien Spuren hinterlassen. So sanken die Anmeldungen am Albert-Schweitzer-Gymnasium auf 90, ein Jahr später sogar auf 43. AmLeonberger Johannes-Kepler-Gymnasium blieben die Zahlen dagegen relativ konstant bei 106 und 111.

Mittlerweile hat sich das ASG wieder gefangen und kann sich für das Schuljahr 2016/17 auf 82 neue Fünftklässler freuen. „Wenn wir konstant dreizügig sind, dann bin ich zufrieden“, meint der ASG-Leiter Klaus Nowotzin. Dagegen hat das JKG in diesem geburtsschwächeren Jahrgang eingebüßt. Hier liegen nur 67 Anmeldungen vor. Auffällig dabei: 168 Leonberger Viertklässler haben eine Empfehlung fürs Gymnasium erhalten, aber für die beiden Leonberger Einrichtungen liegen nur 149 Anmeldungen vor. Dazu kommt die Wahlfreiheit, das heißt, Eltern können ihren Nachwuchs auf einer Schulform anmelden, für die das Kind keine Empfehlung bekommen hat. „Mehr als eine ganze Klasse wandert von Leonberg nach Rutesheim ab. Noch immer entscheiden sich viele Eltern für G9 statt G8“, sagt der JKG-Leiter Roman Peters.

Schulleiter: G9 ist ein Faktor, aber nicht der einzige

Jürgen Schwarz vom Gymnasium Rutesheim bestätigt das. „Ein Drittel unserer Schüler kommt aus Rutesheim. Ein großer Teil zudem aus unserem klassischen Einzugsgebiet“, sagt Schwarz. Dies umfasst beispielsweise Weissach, Heimsheim, Mönsheim, Wimsheim und Friolzheim. Der Rest komme aus Leonberg, Renningen und Gerlingen, aber auch aus noch weiter entfernten Kommunen. Bei den derzeitigen fünften Klassen stammen 32 Schüler nicht aus dem klassischen Einzugsgebiet, allein 20 davon sind aus Leonberg. „G9 ist sicherlich ein Faktor bei der Schulwahl, aber das reicht nicht als einzige Begründung aus“, ist sich der Schulleiter sicher. Gespräche mit den Eltern hätten deutlich gezeigt, dass für sie die besondere individuelle Förderung ihres Nachwuchses ausschlaggebend sei.

Auch wenn der Weg in die Nachbarstadt Rutesheim nicht weit ist, so sieht der Leiter des Renninger Gymnasiums keine direkte Konkurrenz. „Die Renninger bleiben auch in Renningen“, sagt Siegfried Klingler. Mit 71 Anmeldungen bleibt seine Einrichtung auch im neuen Schuljahr dreizügig in Klassenstufe 5. „Wer sich G8 nicht zutraut, der schickt sein Kind eher auf die Realschule. Die hat immerhin einen bilingualen Zug“, fügt er hinzu. Ähnlich sieht dies sein Weil der Städter Kollege Rolf Bayer vom dortigen Johannes-Kepler-Gymnasium.




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