Altkreis Stammgäste sind ein echtes Geschenk

Von Lisa Richter 

Die Saison war bislang durchwachsen. Jetzt hoffen die Freibäder auf die letzten heißen Ferientage.

Lacht die Sonne, freuen sich die Freibadbetreiber.  Für den richtig großen Andrang braucht es jedoch längere Phasen an Sonnenwetter, nicht bloß einzelne Tage. Foto: factum/Granville
Lacht die Sonne, freuen sich die Freibadbetreiber. Für den richtig großen Andrang braucht es jedoch längere Phasen an Sonnenwetter, nicht bloß einzelne Tage. Foto: factum/Granville

Altkreis - Ein warmer, sonniger Tag, das Handtuch unter dem Arm, und ab geht’s in Freibad. Ein besseres Sommerwetter wie gerade kann man sich eigentlich kaum wünschen. Doch so wie die Sonne derzeit vom Himmel herab lacht, sah es die vergangenen Monate nicht immer aus. Für manche ist das nicht bloß ärgerlich. Für Betriebe, die vom Wetter abhängig sind, kann es mitunter sogar herbe Verluste bedeuten.

Nur für wenige Betriebe spielt die Temperatur eine so große Rolle wie für Freibäder. Aber war der Sommer dieses Jahr wirklich so furchtbar? „Die Leute regen sich über das Wetter auf, aber so schlimm ist das Ganze gar nicht“, findet Hartmut Mayer, der Schwimmmeister des Renninger Freibads.

„Wir haben keinen Jahrhundertsommer, aber er ist durchschnittlich.“ Ob ein Sommer für die Einnahmen des Freibads gewinnbringend ist, hänge davon ab, ob viele Menschen Zuhause oder im Urlaub am Meer seien. Die Saison startet daher auch am 7. Mai und geht bis zum Ende der Schulferien, dem 11. September.

Es braucht viele heiße Tage am Stück

„Sagen wir es mal so, das Freibad in Renningen profitiert von seinen Stammgästen, die auch bei schlechterem Wetter das Freibad besuchen.“ Die Stammgäste seien ein großes Geschenk für die Einrichtung.

Die meisten Menschen gingen nämlich eher ins Freibad, wenn das Wetter stabil ist, es also konstant mehrere Tage am Stück heiß bleibt, so Mayer. „Das war dieses Jahr nicht der Fall. Es gab zwar mehrere Hitzetage, diese waren aber oft nicht am Stück. Und wenn doch, waren diese Perioden zu kurz, um die Leute ins Freibad zu locken.“

Um den Verlust durch die unregelmäßigen Wetterverhältnisse auszugleichen, standen Veranstaltungen wie die Beachparty an einem Juli-Wochenende auf dem Programm. Diese beiden Tage waren gut besucht und vor allem für die jüngeren Besucher des Freibads in Renningen ein Höhepunkt, sagt Hartmut Mayer. Eine ähnliche Attraktion, die „School’s out“-Party, gab es auch im Leobad . „Durch diese Highlights werden viele Leute angelockt und das Freibad dadurch gut gefüllt“, erklärt die Stadtsprecherin Undine Thiel.

Bislang rund 100.000 Besucher im Leobad

Auch das Leobad ist bis zum Ende der Sommerferien geöffnet. Der gestrige Mittwoch sei ein guter Tag gewesen. Bis 18 Uhr kamen knapp 3300 Menschen, so Thiel. „Natürlich ist das Freibad vom Wetter abhängig, wenn es darum geht, die Massen anzulocken. Aber dieser Sommer ist für uns nicht außergewöhnlich schlecht, da wir eben nun mal kein Mittelmeerklima haben“, sagt Thiel. „Die Besucherzahlen belaufen sich bisher auf etwa 100 000 Besucher, was leicht unterdurchschnittlich ist.“ Das Wetter – mit den fehlenden längeren Hitzeperioden – könne mit dem Niveau des Wetters im Jahr 2014 vergleichen werden.

Die Erfahrungen aus Renningen und Leonberg teilt auch der Bademeister des Mönsheimer Freibads, Michael Musselmann: „Die Saison war relativ ruhig, da es zwar gute Tage gab, aber die Beständigkeit des guten Wetters ist nun mal dieses Jahr nicht vorhanden.“ Familien wollten oft im Voraus planen, die Unbeständigkeit erschwere das bei Freibadbesuchen. Die Gefahr, doch dem Gewitter zum Opfer zu fallen, sei den meisten zu groß. Klar, dass da nicht das große Geld in die Freibadkassen gespült wird.

Musselmann sieht die Sache trotzdem nicht so schwarz: „Ein Freibad ist keine Geldquelle, von der die Gemeinde reichlich profitieren kann. Man sollte das Ganze eher als Angebot sehen, um das Freizeitangebot attraktiver zu gestalten.“ Seiner Meinung nach sollte ein Freibad zur Erholung und zum Spaß dienen. „Somit sollten wir das Ganze mit dem Gewinn nicht so streng sehen, da ein Freibad sowieso ein Zuschussbetrieb ist“, meint der Experte.