Altstadt Waldenbuch Beschluss über Sanierungsgebiete verschoben

Von Jacqueline Fritsch 

Die Sache an sich ist bereits eingetütet: Waldenbuch soll schöner werden, Fördermittel für eine Sanierung sind das Ziel. Mit der exakten Eingrenzung der Gebiete in der Altstadt hadern die Stadträte allerdings noch.

Bei einer Analyse sind vier Gebiete der Altstadt in Waldenbuch identifiziert worden, in denen Sanierungen sinnvoll sind. Foto: Archiv Krämer
Bei einer Analyse sind vier Gebiete der Altstadt in Waldenbuch identifiziert worden, in denen Sanierungen sinnvoll sind. Foto: Archiv Krämer

Waldenbuch - So weit wie geplant sind die Gemeinderäte bei der jüngsten Sitzung in Sachen Stadtsanierung nicht gekommen. Denn wo genau die Sanierungsgebiete anfangen und aufhören, darauf konnten sich die Räte nicht einigen. Dabei hat das Planungsbüro Urba eigentlich eine gründliche Vorarbeit geleistet und die Altstadt in vier Bereiche unterteilt. Im September hat der Gemeinderat den Startschuss für die Ausweisung neuer Sanierungsgebiete gegeben. Ziel des gesamten Projekts ist es, die Zentrumsfunktion der Altstadt zu stärken und das Wohnen dort attraktiv zu halten. In einer Grobanalyse sollte das Planungsbüro Urba nun herausfinden, in welchen Teilen der Altstadt Handlungsbedarf besteht. Herausgekommen sind vier Gebiete, in denen Sanierungen sinnvoll wären und in denen es Möglichkeiten zur Verbesserung gibt. Alf-Dieter Beetz (CDU) hätte gerne, dass die Grenzen in zwei der vier Gebiete etwas anders verlaufen.

Das Gebiet A erstreckt sich ungefähr von der Tübinger Straße über die Straße Auf dem Graben bis zur Musikschule. Außerdem gehört das Auch-Areal dazu. Erste Ergebnisse des Planungsbüros zeigen, dass es für den provisorischen Parkplatz, der dort bisher ist, unterschiedliche Nutzungswünsche gibt. Kämen dort aber Arztpraxen, Wohnungen oder Einzelhändler, gäbe es wieder zu wenige Parkplätze.

Denkbar wäre eine Sanierung des Museums

Über Lösungen und die Wünsche der Bürger wird in einem zweiten Schritt nachgedacht, sofern der Gemeinderat zustimmt. Die Planer sagen, dass die Ladenbesitzer im Bereich A selbst zur Verbesserung des Einzelhandels beitragen können. Außerdem soll die Fußgängerverbindung in den nördlichen Teil der Aich verschönert werden, da sich der Einzelhandel auch dort angesiedelt hat.

Das Gebiet B schließt sich im Osten an Gebiet A an, seine Grenze verläuft entlang der Nürtinger Straße. Der Marktplatz bildet dabei nicht nur das Zentrum, sondern scheint auch eine beliebte Parkmöglichkeit für Besucher des Rathauses, der Kirche oder des Museums zu sein, so die Analyse von Urba. Denkbar wären dort eine Sanierung des Museums sowie der Schlossberg-Staffel als wichtige Verbindung zur Straße Auf dem Graben. Laut den Planern ist die künftige Gestaltung des Marktplatzes von der Entwicklung auf dem Auch-Areal abhängig, denn auf einem der beiden Plätze müsste es Parkmöglichkeiten geben.

Die Zehntscheuer stellt ein Problem dar

Das Gebiet C schließt sich im Süden an das Gebiet B an und umfasst damit das Wohngebiet bis zu den ersten Häusern des Blatterwegs und der Straße Im Gaiern. Das Planungsbüro empfiehlt für dieses Gebiet, zuerst zu prüfen, welche Gebäude erhalten und welche eventuell neu gebaut werden sollen. Dieses Gebiet umfasst auch die Vordere und Hintere Seestraße, deren Sanierungen umstritten sind. Jürgen Schwab (Freie Wähler) und Heidrun Rohse (SPD) sprechen sich für den Erhalt der beiden Straßen aus. Außerdem möchte Schwab die Zehntscheuer mit in das Gebiet einbeziehen. „Man sollte es zumindest in Betracht ziehen, wenn die Chance jetzt besteht“, sagte er. Die Planer halten das für schwierig, da die Zehntscheuer zwei Besitzer hat. Außerdem sei eine Sanierung nur sinnvoll, wenn es einen konkreten Nutzen für das Gebäude gibt. Wie viele Gebäude aus der Straße Im Gaiern mit in das Gebiet aufgenommen werden sollen, ist ein Streitpunkt zwischen den Gemeinderäten. „Wir werden uns das noch einmal anschauen und entsprechend anpassen“, meinte Bürgermeister Michael Lutz.

Ein Kreisverkehr, der den Zugang zur Altstadt verbessert?

Auch mit dem Gebiet D sind die Räte noch nicht ganz einverstanden. Die Analyse der Planer besagt, dass dieser Bereich nördlich der Nürtinger Straße beginnt und sich bis zur Kreuzung Stuttgarter Straße/Steinenbergweg erstreckt. Alf-Dieter Beetz findet, dass eine so große Ausdehnung nach Norden nicht nötig ist; beim Farrenstall ist für ihn Schluss. Die Planer sehen ein großes Problem an der Kreuzung Stuttgarter Straße/Nürtinger Straße. Dort wäre ein Kreisverkehr denkbar, der auch den Zugang zur Altstadt verbessern soll. Auch in diesem Gebiet will die Verwaltung noch einmal über den genauen Grenzverlauf nachdenken.

Deshalb wird die Entscheidung des Gemeinderats, ob die Untersuchung fortgesetzt werden soll, auf die kommende Sitzung verschoben. Dann muss sich das Gremium entscheiden, welche Bereiche tatsächlich als Sanierungsgebiete definiert werden. Im September hatte Lutz gesagt: „Wir konzentrieren uns auf zwei bis drei Projektbereiche, in denen schnelle Realisierungschancen bestehen und die Prioritäten hoch sind.“ Bei der Umsetzung der Sanierungen hofft die Stadt auf Unterstützung: „Wir wollen 2019 in den Genuss von Fördermitteln kommen“, so Lutz.