Alzheimer-Demenz Fortschritte bei Alzheimer-Früherkennung

Die Diagnose Alzheimer kann das Leben einer ganzen Familie durcheinanderbringen. Gesten und Nähe helfen im Umgang mit Betroffenen. Foto: dpa/Patrick Pleul
Die Diagnose Alzheimer kann das Leben einer ganzen Familie durcheinanderbringen. Gesten und Nähe helfen im Umgang mit Betroffenen. Foto: dpa/Patrick Pleul

Alzheimer-Demenz ist bisher unheilbar. Mit Medikamenten kann die Krankheit kaum behandelt werden. Wissenschaftler haben nun eine mögliche Methode zur Früherkennung entdeckt.

Leben: Markus Brauer (mb)
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London/Stockholm - Alzheimer ist bislang unheilbar, obwohl seit Jahrzehnten mit Hochdruck geforscht wird. Nun melden Mediziner, sie hätten zumindest eine Methode zur Früherkennung gefunden. Bestimmte Proteine im Blut sollen die kommende Demenz anzeigen - und zwar Jahre bevor das Gedächtnis nachlässt.

Schwedische und britische Wissenschaftler haben nach eigener Aussage eine Methode zur Vorhersage einer Alzheimer-Erkrankung entwickelt. Anhand von Blutanalysen könne die Krankheit bereits Jahre vor dem Auftreten erster Symptome erkannt werden, schrieben sie in der Fachzeitschrift „Nature Aging“. Dabei werde das Blut der Patienten auf bestimmte Proteine untersucht.

Zerstörung der Nervenzellen durch Proteine

Die Experten gehen davon aus, dass die Krankheit durch eine Anhäufung von Proteinen im Gehirn ausgelöst wird. Es wird angenommen, dass diese zur Zerstörung von Nervenzellen beitragen. Einige dieser Proteine lassen sich im Blut nachweisen.

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Basierend auf dieser Erkenntnis entwickelten die Wissenschaftler ein Modell, anhand dessen sie das Risiko einer Erkrankung mit Alzheimer vorhersagen wollen. Dazu werteten sie Blutproben von mehr als 550 Patienten mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen aus. Den Angaben zufolge gelang in 88 Prozent der Fälle eine korrekte Vorhersage über ein mögliches Auftreten von Alzheimer innerhalb eines Zeitraums von vier Jahren.

Möglicher Durchbruch bei Demenz?

Experten bezeichneten die Methode als möglichen Durchbruch im Kampf gegen die Demenzerkrankung. Der Professor für Neurologie an der Universität Oxford, Musaid Husain, sagte, die Studie könnte ein wichtiger Schritt „zu einer früheren Diagnose sein, ebenso wie zur Erprobung neuer Therapien in früheren Stadien der Krankheit“.

Weltweit leiden rund 50 Millionen Menschen an Alzheimer, der häufigsten Form von Demenz. Die Krankheit zerstört nach und nach Hirngewebe und nimmt den Betroffenen ihre Erinnerungen. In Deutschland sind es etwa 1,7 Millionen. Aufgrund der steigenden Lebenserwartung ist davon auszugehen, dass die Zahlen in Zukunft stark steigen werden. 2050 erwarten Wissenschaftler etwa 117 bis 130 Millionen Betroffene weltweit und 2,7 Millionen in Deutschland.

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Alzheimer-Demenz, auch Morbus Alzheimer genannt, ist bisher unheilbar. Mit Medikamenten kann die Krankheit kaum behandelt werden. Wissenschaft und Industrie forschen mit großem Aufwand, um endlich einen Durchbruch zu erreichen. Seit fast 20 Jahren aber gibt es keine ernst zu nehmenden Fortschritte oder neuen Wirkstoffe.

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