Am Bahnhof Weil der Stadt Sprayer „arbeiten“ schon wieder an wilder Mülldeponie

Die Sprayer haben nicht lange auf sich warten lassen und die nächsten Dosen in der Natur abgeladen. Foto: Nabu Weil der Stadt

Wenige Wochen, nachdem die Bahn einen ganzen „Dosenfriedhof“ nahe des Weiler Bahnhofs entfernt hat, ist die Stelle wieder zugemüllt.

Das hat ja nicht lange gedauert: Bereits wenige Wochen, nachdem die Deutsche Bahn den „Spraydosenfriedhof“ nahe dem Weil der Städter Bahnhof entfernt hat, haben Umweltsünder den Ort erneut verunstaltet. Nicht nur für die Bahn, der das Gelände gehört, ein großes Ärgernis.

 

Das Gestrüpp in der Nähe der Gleise wird offenbar schon seit langer Zeit von Sprayern als „Mülldeponie“ missbraucht. Vor wenigen Monaten meldeten Anrainer, die bisher fast regelmäßig Dosen in Eigeninitiative entsorgt hatten, eine große Anhäufung von alten Spraydosen, manche davon schon völlig durchgerostet. „Am 17. Mai wurden mehr als drei 120-Liter-Säcke an Dosen aufgesammelt und entsorgt“, erzählt ein Sprecher der Bahn. Doch das Ergebnis währte nicht lange.

Im Juni liegt schon neuer Müll herum

„Wir haben im Juni ein Bild von einem Anwohner geschickt bekommen, auf dem schon wieder neue Dosen zu sehen sind“, berichtet Harald Freiwald vom Naturschutzbund Weil der Stadt. Aus Sicht der Naturschützer ist das weit mehr als nur ärgerlich. „Das Grundwasser ist hier zwar nicht in Gefahr, aber es ist natürlich eine Oberflächenverschmutzung, unter der auch die Tiere leiden.“ Sie können sich an den Farbresten vergiften oder sich, wenn die Dosen bereits alt und verrostet sind, daran verletzen oder sich darin verfangen.

Weil der Stadt ist dahingehend kein unbeschriebenes Blatt. 2019 hatte erstmals die Initiative Weiler Cleanup auf plötzliche Unmengen an Müll aufmerksam gemacht. In einem komplett beladenen Autoanhänger der Bahn befanden sich damals rund 300 Spraydosen. Wann die neuerlich entdeckten Dosen entsorgt werden, ließ sich am Mittwoch nicht mehr in Erfahrung bringen. Insbesondere bei den Auswirkungen auf die Umwelt durch Vermüllung sieht das Unternehmen aber die „gesamte Gesellschaft in der Verantwortung, für ausreichend Schutz zu sorgen“, so der Sprecher der Bahn.

Sprayer wird in Backnang verhaftet

Darüber hinaus pflege die DB eine Ordnungspartnerschaft mit der Bundespolizei und habe im Bereich der S-Bahn in Stuttgart die Prävention vor Graffitischäden intensiviert. „Wir sehen uns weiterhin auf einem guten Weg. Bestes Beispiel dafür ist die vorläufige Festnahme eines mutmaßlichen Graffitisprayers in der letzten Woche in Backnang.“ Wie die Maßnahmen aussehen oder ob solche auch in Weil der Stadt zum Zuge kommen, dazu wollte er sich nicht äußern. „Die Sicherheitskonzepte greifen nur, wenn Details nicht öffentlich werden.“

Auch der Nabu bekommt es nicht selten mit Anhäufungen von wildem Müll zu tun, der sich schädlich auf die Umwelt auswirken kann. Leider sei es nicht immer so, dass die Zuständigen sich zeitnah oder überhaupt darum kümmern, bedauert Harald Freiwald. Er selbst habe zuletzt in Simmozheim mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe diese Erfahrung gemacht. Man müsse sehr hartnäckig bleiben, damit etwas passiert.

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