Der ADAC will die Anlage am Glemseck modernisieren und um ein Veranstaltungszentrum ergänzen.

Leonberg - Knapp 800 Seiten sind es, die die Mitglieder des Planungsausschusses zu wälzen haben: Entwurf des Bebauungsplans, Änderung des Flächennutzungsplans, Stellungnahmen anderer Behörden und dazu unzählige Gutachten, etwa zum Artenschutz, Lärm oder dem Boden. Es geht um die Modernisierung und den Ausbau des ADAC-Verkehrsübungsplatzes am Glemseck. „Ich weiß nicht, wer das lesen soll. So sieht man doch gar nicht, ob das Wichtige enthalten ist“, kritisiert Wolfgang Schaal von den Freien Wählern. Seiner Fraktion sei vor allem wichtig, dass den Anwohnern in der Mahdentalsiedlung kein Schaden und keine zusätzliche Kosten entstünden.

 

Das Abwasser macht Probleme

Damit spielt er auf die Debatte im Leonberger Fachgremium um die Abwasserbeseitigung in dem Gebiet an. Denn da gibt es zwei Probleme: Das Abwasser muss zur Kernstadt gepumpt werden. Und an verschiedenen Stellen werden Sedimente und Dreck eingetragen, die die Pumpen beschädigen, wie Manfred Schmickl von der Stadtverwaltung berichtet. „Der ADAC bekam daraufhin von uns die Anweisung, die Menge von 3000 Litern am Tag nicht zu überschreiten“, berichtet der Abwasserspezialist.

Der Automobilclub habe daraufhin einen Puffer eingebaut, das habe bislang wunderbar funktioniert. Und so soll es auch in Zukunft laufen. Bei der Sanierung der Anlage werden Tanks für bis zu 20 000 Liter verbaut, zudem eine Filter- und Pumpanlage. „Unter diesen Voraussetzungen müssen wir den Anschluss zulassen“, erklärt Schmickl.

Vergärungsanlage braucht neue Leitung

Im Moment gebe es keine Probleme mit der Abwassermenge. Was aber auch daran liegt, dass die im September 2019 abgebrannte Vergärungsanlage oberhalb des Glemsecks derzeit fast nichts einleitet. „Als das Projekt vor vier Jahren angeschoben wurde, waren auch das Seehaus und das Hotel Glemseck im Boot, die ebenfalls erweitern wollten. Damals haben wir gesagt, man müsste deshalb eine zweite Leitung bauen“, erinnert sich Wolfgang Röckle (CDU). Wolfgang Schaal merkt an, dass die Vergärungsanlage ja bis 2023 wieder aufgebaut werden soll. „Mit noch größerem Volumen.“

Man habe der Bioabfallverwertung GmbH Leonberg (BVL), einem gemeinsamen Betrieb der Landkreise Böblingen und Esslingen, angeboten, sich wieder ans Abwassersystem der Stadt anzuschließen. „Dazu muss die BVL aber auf eigene Kosten eine Druckleitung bauen“, erklärt Manfred Schmickl. Die würde in der Nähe des Kinos ans Kanalsystem anschließen.