Am Paulinensee Mönsheim Umstrittene Hütte am See sucht neuen Besitzer

Die überdachte Sitzgruppe ist ein idyllischer Ruheplatz am Paulinensee – muss aber wegen des Hochwasserschutzes weichen. Foto: Roland Böckeler

Eine Überdachung am Paulinensee muss weichen, da sie den Hochwasserschutz gefährdet. Die Lösung des Gemeinderats ist pragmatisch und überrascht.

Die Tage der Überdachung eines Sitzplatzes am Paulinensee in Mönsheim sind gezählt. Das Wasserwirtschaftsamtes fordert seit Längerem, das Bauwerk zu entfernen, weil es im Überschwemmungsgebiet des Hochwasserrückhaltebeckens liegt. Doch vielleicht ist der einstmals für viel Geld erstellten Hütte ein zweites Leben beschieden: Der Gemeinderat hat beschlossen, sie nicht an eine andere Stelle zu versetzen, sondern zu verschenken.

 

Schon im Mai des vergangenen Jahres wurden der Verwaltung und dem Gemeinderat klar, dass das auf acht Pfählen und einer Betonplatte stehende Dach über einer Sitzgruppe nicht am Ufer des Paulinensees bleiben darf – wurde doch das Gewässer oberhalb von Mönsheim für viel Geld für den Hochwasserschutz ausgebaut. Die Gemeinde musste nach Aufforderung durch das Landratsamt ein Gutachten beauftragen, das dann ergab, dass das Bauwerk einem Hochwasser nicht standhält. Es bestehe die Gefahr, dass Teile davon die Funktion des Regelbauwerks im Damm stören oder bachabwärts in Richtung Freibad zu Behinderungen führen können.

Der Gemeinderat wurde „mit der Hütte ganz klar übergangen“

Bereits vor knapp einem Jahr gab es im Gemeinderat Stimmen, die einen Abbruch der Überdachung bedauerten, aber auch solche, die sich verärgert darüber zeigten, dass der Gemeinderat „mit der Hütte ganz klar übergangen worden“ sei, wie Gemeinderat Joachim Baumgärtner (UBLM) sagte. Damals standen Baukosten von 13 000 Euro im Raum, davon 2000 Euro für das erforderliche Gutachten. Dazu kämen noch geschätzte 3000 Euro für die Arbeitszeit der Bauhof-Mitarbeiter für das Aufstellen.

Einen Beschluss des Gemeinderats dafür gab es offensichtlich nicht. Damals wie heute stand bei diesem Vorgang der seit inzwischen einem Jahr suspendierte Bürgermeister Michael Maurer im Fokus der Kritik, obwohl namentlich nicht explizit erwähnt. Maurer selbst hatte nach Abschluss eines früheren Disziplinarverfahrens gegen ihn im Gespräch mit unserer Zeitung im Februar 2025 die Auftragsvergabe für diese Überdachung am Paulinensee als einen der von der Kommunalaufsicht beanstandeten Verfahrensfehler genannt. Diese sei über den Rahmen dessen hinausgegangen, was er ohne Zustimmung des Rates hätte tätigen dürfen.

Das Versetzen der Hütte wird mit 10 000 Euro veranschlagt

Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung ging es nun darum, was mit der Hütte geschehen soll. Eine Versetzung an einen anderen Standort stand im Raum, die Verwaltung hatte dafür einen Kostenvoranschlag eingeholt, der sich auf gut 10 000 Euro belief. Ob zwei neue, mit dem Wasserwirtschaftsamt abgesprochene Standorte tatsächlich geeignet sind und nicht doch das Dammbauwerk tangieren, müsse erst noch untersucht werden. Gemeinderat Markus Rösler (ML) bedauerte, dass die Überdachung wegmuss. Er brachte die Idee ein, dass sie abgebaut und verschenkt werden könne. „So eine Idee hätte ich nicht gewagt vorzuschlagen“, sagte die Sitzungsleiterin Margit Stähle.

Während Philipp Bentel (FWG) für den Aufbau an einem anderen Standort plädierte, gab sein Fraktionskollege Stephan Damm zu bedenken, dass die Verlegung weitere Kosten verursache. Joachim Baumgärtner wies wieder daraufhin, dass die Hütte ohne Gemeinderatsbeschluss erstellt wurde und schlug vor, sie abzubauen und einzulagern. Norman Freiherr von Gaisberg (FWG) warf die Frage in die Runde, ob man womöglich den Verursacher der Kosten in Regress nehmen könne.

Schließlich fand der weitergehende Antrag, die Überdachung an Selbstabholer zu verschenken, eine Mehrheit im Gremium. Sie soll jetzt im Gemeindeblatt sechs Wochen lang ausgeschrieben werden.

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