Ambrosia in S-Mitte Allergiker können aufatmen

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Die Beifußblätterige Ambrosie erzeugt als Super-Allergen besonders schlimme Heuschnupfenbeschwerden und Asthma. Doch in Stuttgart wird ihr die Ausbreitung schwer gemacht.

Zurecht gefürchtet ist das aus Nordamerika stammende Ambrosia-Kraut. Schon wenige Pollen pro Kubikmeter Luft quälen Allergiker. Foto: dpa
Zurecht gefürchtet ist das aus Nordamerika stammende Ambrosia-Kraut. Schon wenige Pollen pro Kubikmeter Luft quälen Allergiker. Foto: dpa

S-Mitte - Sie gilt als Schrecken aller Allergiker: Die Beifußblätterige Ambrosie gehört zur Familie der Korbblütler und gedeiht bis zu einer Größe von zwei Metern gern an Straßenrändern. Ihre Pollen fliegen bis in den Herbst hinein und verlängern die Heuschnupfensaison nach dem Abklingen des Gräserpollenflugs im Frühherbst. Doch nicht nur das, die Ambrosia löst besonders schwere Beschwerden bis hin zu lebensgefährlichen Asthmaanfällen aus. Doch in Stuttgart gibt die Verwaltung Entwarnung. Im Stadtgebiet sei die Pflanze nie heimisch geworden, erklärt eine Sprecherin der Stadt.

Die aus Nordamerika stammende, auch Traubenkraut genannte Pflanze war lange ohnehin in Mitteleuropa unbekannt. Ihre Samen waren kälteempfindlich und überstanden keinen Frost, wie er in hiesigen Breiten in der kalten Jahreszeit üblich ist.

Pflanze wird eingeschleppt

Um das Jahr 2000 herum wucherte sie dann aber nicht nur in Nordamerika. Sie tauchte auch in den Ländern jenseits des Atlantiks auf, deren Böden im Winter eigentlich zu kalt waren für eine Ausbreitung der Ambrosia. Dann wurde klar, dass es eine Mutation des Krauts gegeben hat. Ihre Samen waren nun resistent gegen den strengen Januar- oder Februarfrost in Zentraleuropa. Die Ambrosia sorgt seitdem als sogenanntes Super-Allergen für Schlagzeilen. Bereits wenige Ambrosiapollen pro Kubikmeter Luft genügen bei Allergikern, um schweren Heuschnupfen oder Asthma auszulösen.

Belastungen durch Ambrosia sind besonders in der Niederlausitz, aber auch in Südhessen, in der Region Mannheim und im Südosten Bayerns ein Problem. Auch im Kreis Karlsruhe verbreitet sich die Ambrosia auf Ackerböden und nimmt immer mehr Fläche ein.

Behörden mähen Kraut ab

Für Stuttgart gebe es dagegen keinen Anlass zu Beunruhigung, versichert die Verwaltung. In jüngster Vergangenheit sei die Pflanze in Uhlbach entdeckt worden. Dort sei sie aber sofort entfernt worden, bevor sie sich weiter ausbreiten konnte, heißt es von der Stadt.

Insgesamt vernichte die Verwaltung, das Kraut, wo immer es im Stadtgebiet gemeldet wird, erklärt eine Sprecherin der Stadt „Dass die Pflanze in Stuttgart nicht vorkommt, liegt auch daran, dass wir Hinweisen in den letzten Jahren konsequent nachgegangen sind. Wo wir die Pflanze vorgefunden haben, haben wir sie abgemäht “, erläutert sie.

Ambrosia gedeiht auf Sandboden

Doch Stuttgart habe ihr zufolge auch Glück. Die Ambrosia liebe leichte Sandböden und die gebe es in Stuttgart eben nicht, meint die Sprecherin in der Stadt. Nachdem aufgrund warmer Temperaturen die ersten Heuschnupfenbeschwerden bereits im Februar auftraten, können Stuttgarts Allergiker nun bald im buchstäblichen Sinne aufatmen. Die Allergiesaison geht zumindest in der Innenstadt nicht wie anderswo in eine unangenehme Verlängerung. Quälende Beschwerden durch das aggressive Ambrosia-Kraut bleiben ihnen erspart, sofern sie den Kessel nicht verlassen.

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