American Football Dagersheimer Simon Butsch hängt nochmal ein Jahr dran

Ein extra Jahr: Simon Butsch will mit Stuttgart Surge ins „Finale daheim“. Foto: Svenja Sabatini

Eigentlich hatte Simon Butsch nach der vergangenen Saison seine sportliche Karriere beendet. Doch nun kehrt passionierte Football-Spieler nochmal zurück aufs Feld. Bei der Entscheidung spielt auch das Finale eine wichtige Rolle.

Eigentlich hatte Simon Butsch mit seiner Football-Karriere schon abgeschlossen. Nach der bitteren 23:29-Niederlage im Playoff-Halbfinale der European League of Football gegen den späteren Meister Rhein Fire beendete er im September 2024 seine sportliche Laufbahn. Doch es dauerte nicht mal ein halbes Jahr, bis er diesen Plan wieder über Bord geworfen hat. „Eigentlich wollte ich so etwas nie machen, aber ich habe gemerkt, dass das Thema für mich noch nicht vorbei ist“, schildert er.

 

Daher hat sich der Dagersheimer entschlossen, ein weiteres Jahr dranzuhängen. Wie sehr die Leidenschaft für den Sport noch da ist, hat er in den vergangenen Wochen und Monaten gespürt. „Je länger ich über ein Comeback nachgedacht habe, desto mehr hat es gekribbelt“, verrät er. Dabei spielten auch seine ehemaligen Teamkollegen bei Stuttgart Surge eine Rolle, die ihn immer wieder auf das Thema angesprochen haben. „Aus ihnen sind mittlerweile gute Freunde geworden“, schwärmt der 32-Jährige über die Teamchemie. „Dieser Zusammenhalt hat mir zuletzt sehr gefehlt.“

Dieses Gefühl war aber beileibe nicht der einzige Faktor, warum sich Butsch letztlich für eine Rückkehr aufs Football-Feld entschieden hat. Ein weiterer Grund: Das Finale der ELF findet in diesem Jahr in der Stuttgarter MHP-Arena statt. „Ich war als Kind öfter im Stadion beim VfB Stuttgart“, erinnert er sich. Nun könnte er selbst am 7. September dort auflaufen. „Ich habe mitbekommen, dass der Kader sehr gut aussieht und sogar noch etwas verstärkt worden ist. Daher will ich ein mögliches Finale daheim nicht verpassen“, erklärt der Defensive End.

Daher trainiert er bereits wieder fleißig, um pünktlich zum Saisonstart am 18. Mai topfit zu sein. Ende März standen bereits die ersten Einheiten mit dem Team auf dem Programm, ehe nun auch die Importspieler einsteigen dürfen. „Ich bin noch nicht soweit wie sonst, aber im ersten Training hat es sich überraschend gut angefühlt.“ Er wird mächtig Gas geben müssen, um Spielzeit bekommen, schließlich wurde die Defensive Line mit Nationalspieler Berend Grube, Robert Lachmann und Dominic Siegel hochkarätig verstärkt.

Gleichzeitig untermauert es aber auch, dass Stuttgart Surge den Titel in diesem Jahr endlich erobern will. Dennoch warnt Butsch: „Das wird kein Selbstläufer.“ In der Süd-Staffel warten mit Frankfurt Galaxy und den Paris Musketeers zwei schwere Gegner, letztere haben mit Jack Del Rio, den einstigen Head Coach der Oakland Raiders, einen namhaften Mann auf der Kommandobrücke. „Ich habe es selten in meiner Karriere erlebt, dass man gegen solche Coaches spielen kann. Da muss man mit Vernunft und Respekt an die Sache rangehen.“

Dennoch ist die Motivation groß, in knapp fünf Monaten den Titel in Stuttgart in die Höhe zu recken. Dann dürfte der 1,85 Meter große Defense-Spieler, der 2005 bei den Holzgerlingen Twister mit Football angefangen hat, wohl auch endgültig seine Schuhe an den Nagel hängen.

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