American Football Die Scorpions-Frauen wollen nach dem Titel greifen

Kurs Meisterschaftsfinale? Nora Cermak ist eine von fünf deutschen Nationalspielerinnen im Stuttgarter Kader. Foto: Archiv Baumann

Nach 2022 zum zweiten Mal deutscher Meister? Die Entscheidung fürs Stuttgarter Team fällt in bestenfalls drei verbleibenden Spielen.

Vor eineinhalb Wochen haben die Stuttgart Scorpions Sisters das Gipfelduell in der ersten American Football-Bundesliga der Frauen gegen die Schwäbisch Hall Unicorns mit 13:14 verloren. Der Wunsch der Degerlocherinnen ist es nun, den Rivalen aus Hohenlohe möglichst schnell wiederzusehen, und zwar am Wochenende 5./6. Oktober. Und das dann nicht etwa zum Rückspiel, sondern zur „Ladies Bowl“, dem Endspiel um die deutsche Meisterschaft. Der Plan ist klar: Die Scorpions wollen trotz der erwähnten knappen Niederlage auch in diesem Jahr nach dem Titel greifen.

 

Die Haller Einhörner haben sich mit ihrem Erfolg auf der Waldau vorzeitig Rang eins nach der Hauptrunde und damit die Teilnahme am nationalen Finale gesichert. Eine Play-off-Runde mit Halbfinale wie noch in den vergangenen Jahren wird es diesmal nicht geben. Stattdessen werden eben der letztlich Erste und Zweite des nur noch sechs Mannschaften starken Starterfelds – die Saarland Hurricanes haben sich aus personellen Gründen abgemeldet – den Titelgewinner in einem Finalspiel unter sich ausmachen. Der Austragungsort steht dabei noch nicht fest.

Alles in den eigenen Händen

Den zur Teilnahme benötigten zweiten Rang belegen aktuell weiterhin die Stuttgarter Frauen, nun mit einer Zwischenbilanz von drei Siegen und einer Niederlage. Nach wie vor liegt alles in ihren eigenen Händen. Gewinnen sie ihre beiden verbleibenden Hauptrunden-Partien zuhause gegen die Berlin Kobras an diesem Samstag (15 Uhr, tus-1-Platz) und am 14. September bei den Erlangen Rebels, dann ist ihnen die dritte Teilnahme an der „Ladies Bowl“ nach 2019 (24:26-Niederlage gegen Berlin) und 2022 (35:20-Sieg gegen Hamburg) nicht mehr zu nehmen.

„Die Unicorns hatten uns sehr gut beobachtet und haben uns unserer Stärken beraubt. Wenn wir aber eine zweite Chance bekommen, dann bin ich überzeugt davon, dass diesmal wir siegen werden“, sagt Steven Joachim, in der zweiten Saison Cheftrainer der Stuttgarterinnen. Insgesamt sei das Niveau in der Frauen-Bundesliga in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Zwar haben auch in der aktuellen Runde wie erwähnt nur sieben Teams aus der Republik für die höchste Spielklasse gemeldet, die Top vier, zu denen auch die Scorpions gehören, hätten sich aber sowohl auf dem Feld als auch drumherum deutlich professionalisiert und seien sportlich auf Augenhöhe. „In unserer Liga tummeln sich mittlerweile Nationalspielerinnen aus den besten Nationen in Europa, darunter sind nicht wenige gut bezahlte Vollprofis“, sagt Joachim und verweist auf den Kader der Unicorns, in dem unter anderem Däninnen, Französinnen, Niederländerinnen und Finninnen ihren sportlichen Dienst verrichten.

Die Verteidigung als großer Trumpf

Die Scorpions Sisters selbst haben neben fünf deutsche Nationalspielerinnen auch zwei Mexikanerinnen, die noch im Winter in der US-amerikanischen Frauen-Profiliga unterwegs waren. „Schwäbisch Hall ist uns offensiv überlegen, aber unser großer Trumpf ist die Verteidigung. Wenn wir sie im Ladies Bowl herausfordern dürfen, dann werden wir damit das Spiel für uns entscheiden“, sagt Steven Joachim.

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