American Football in Leonberg Die Leonberg Alligators sind eine große Familie

Von Tassilo Hackert 

Im letzten Spiel auf dem Jahnplatz kassieren die Juniors ihre erste Saisonniederlage.

Fellbach hat Thiago Siebert (links) und die Leonberg Alligators im Griff. Foto: Andreas Gorr
Fellbach hat Thiago Siebert (links) und die Leonberg Alligators im Griff. Foto: Andreas Gorr

Leonberg - Die Leonberg Alligators haben Abschied von ihrer bisherigen Heimspielstätte genommen. Ein letztes Mal fand auf dem Jahngelände – dort, wo alles für die junge Abteilung begann – ein Kick-Off statt. Das Juniors-Team unterlag den Fellbach Warriors mit 7:28. Die Seniors brauchten erst gar nicht ran. Der Gegner aus Crailsheim trat wegen Spielermangels nicht an. Ihre Heimspiele werden die Alligators nun zukünftig im Lewa-Sportpark in Eltingen austragen.

„Es war für uns ein sehr emotionaler Tag. Mit dem Platz geht auch ein wenig Alligators-Geschichte“, sagte U 19-Coach Jan Bartosch. Im Spitzenspiel der Regionalliga gegen die ebenfalls ungeschlagenen Fellbacher machten die vor allem mit einer starken Defensivleistung deutlich, dass an ihnen derzeit kein Weg vorbeiführt. „Die Jungs wissen, was sie machen“, lobte Bar­tosch den Tabellenführer. Zwar wussten sein Team und er, was auf sie zukommen würde, „das ganze Ausmaß war uns dann aber vielleicht doch nicht klar“ (Bartosch). Für seine Schützlinge sei es eine neue Situation gewesen, dass der Gegner konstant viel Druck machte.

Schwieriger Kaderaufbau

Enttäuscht müssen die Juniors der Alligators jedoch nicht sein. Nach zwei Aufstiegen in Folge spielt die U 19-Mannschaft trotz des kleinen Kaders auch in dieser Saison wieder oben mit und wird voraussichtlich die Vizemeisterschaft holen. Dass die Alligators erneut vorne mitmischen, freut Bartosch. Der Coach vergisst aber nicht anzumerken, dass in den kommenden Jahren noch viel Arbeit anstünde: „Der Jugend-Football ist immer etwas anderes“, sagt er und begründet: „Der Kaderaufbau ist auf Grund der Altersgrenze viel schwieriger als bei den Seniors.“ Deshalb sei es in den kommenden Jahren das Ziel, sich in der Regionalliga zu etablieren, die Coaching-Arbeit zu festigen und sich ein gutes Netzwerk aufzubauen. „Das reicht uns zunächst. Denn in der Jugend ist es auch immer eine Wundertüte, welche Spieler zur Verfügung stehen.“ Wichtig ist Bartosch, dass seine Spieler auch etwas für das Leben dazulernen und verstehen, was es bedeutet, in einem Team zu spielen.

Starker Zusammenhalt

Den Erfolg der Leonberger, sowohl im Jugend- als auch im Aktivenbereich erklärt sich der Nachwuchs-Coach vor allem durch die Geschlossenheit in der Abteilung. Über die Jahre seien die Footballer so immer mehr zu einer Familie geworden: „Es wird bei anderen Vereinen zwar immer damit geworben, wir leben das aber wirklich. Für viele ist es in gewisser Weise eine Heimat.“

Dass dieses Erfolgsrezept aufgeht, machen die Zuschauerzahlen bei den Alligator-Spielen deutlich. Bei den Heimpartien stehen mehrere hundert Zuschauer am Spielfeldrand, um die Mannschaften zu unterstützen. „Wir werden über die sozialen Netzwerke auch immer wieder von interessierten Leuten von außerhalb angeschrieben.“ Auf diese Unterstützung ist mit Sicherheit auch in der neuen Heimspielstätte Verlass.