Amokfahrt in Texas 30-Jähriger schießt wahllos um sich – Fünf Tote

Von red/dpa 

Nur vier Wochen nach den Schusswaffenangriffen von El Paso und Dayton mit dutzenden Toten kommt es in Texas zu einem Angriff. Ein Mann raubt ein Postauto und schießt um sich. Beim Schusswechsel mit der Polizei stirbt er.

Ein Mann betet nahe der Notfallaufnahme eines Krankenhauses in Odessa, Texas. Foto: AP
Ein Mann betet nahe der Notfallaufnahme eines Krankenhauses in Odessa, Texas. Foto: AP

Odessa - Bei einem erneuten Schusswaffenangriff in den USA sind in Texas mindestens fünf Menschen getötet und 21 weitere verletzt worden. Die Polizei der Stadt Odessa teilte mit, der mutmaßliche Schütze - ein weißer Mann Mitte 30 - sei auf der Flucht schließlich von einem Beamten erschossen worden. Der Angriff entfachte einmal mehr die Debatte um das laxe US-Waffenrecht.

Die Identität des Angreifers sowie sein Tatmotiv waren laut Polizei zunächst unklar. Nach ersten Erkenntnissen der Behörden griff der Mann zu einem Gewehr und eröffnete das Feuer, als Polizisten ihn auf einer Autobahn im Westen von Texas zwischen den Städten Odessa und Midland stoppen wollten. Anschließend sei er geflüchtet und habe auf der Flucht auf weitere Menschen geschossen.

Amokfahrt im Postauto

Laut Polizei kaperte der Mann dabei einen Post-Transporter, in dem er seine Amokfahrt fortsetzte. Seine Flucht endete schließlich auf einem Parkplatz, wo er bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet wurde. Unter den mehr als 20 Verletzten befinden sich drei Polizisten. US-Präsident Donald Trump schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter, er sei von Justizminister Bill Barr über die Attacke informiert worden.

Nur vier Wochen nach den Schusswaffenangriffen von El Paso und Dayton mit dutzenden Toten entfachte der Vorfall in Texas erneut die Debatte um das US-Waffenrecht. Ex-Vize-Präsident Joe Biden, der sich bei den Demokraten um die Präsidentschaftskandidatur bewirbt, verurteilte die fortdauernde Waffengewalt. „Diese Epidemie“ müsse beendet werden.

Demokraten fordern Waffenreform

Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Julian Castro appellierte an die Republikaner im US-Senat, „die sich weigern zu handeln, die sich weigern, eine Waffenreform voranzutreiben: Was ist die Zahl? Wie viele Amerikaner wollen Sie der NRA (US-Waffenlobby) opfern?“

Anfang August hatte Trump zunächst eine Verschärfung der Waffengesetze in Aussicht gestellt. Laut US-Medien soll Trump davon jedoch wieder abgerückt sein. Demnach soll er dem Chef der einflussreichen Waffenlobby NRA, Wayne LaPierre, zugesichert haben, er werde einen Vorstoß zur Verhinderung von nicht registrierten und nicht überprüften Waffenkäufen im Internet oder auf Messen nicht unterstützen.

Bei einer mutmaßlich rassistisch motivierten Attacke im texanischen El Paso an der Grenze zu Mexiko hatte am 3. August ein 21-jähriger Weißer 22 Menschen erschossen. Kurz darauf tötete ein 24-Jähriger in Dayton im Bundesstaat Ohio neun Menschen, bevor er von der Polizei erschossen wurde.