Nach dem Amoklauf in München Mehr Wachleute in Stuttgarter Einkaufszentren

Der Mailänder Platz vor dem Milaneo – hier wurde das Sicherheitspersonal aufgestockt. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko 8 Bilder
Der Mailänder Platz vor dem Milaneo – hier wurde das Sicherheitspersonal aufgestockt. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Wegen des Amoklaufs in einem Münchener Einkaufszentrum haben einige Häuser in Stuttgart ihr Sicherheitspersonal aufgestockt.

Lokales: Sven Hahn (hah)
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Stuttgart - Die tödlichen Schüsse von München haben die Menschen erschüttert. Doch trotz der schrecklichen Ereignisse geht das Leben in Stuttgart am Tag danach seinen gewohnten Gang – allein einige Einkaufszentren haben das Sicherheitspersonal in ihren Häusern verstärkt.

„Wir sind von den Ereignissen in München sehr betroffen und haben bei uns rein vorsorglich die Sicherheitsmaßnahmen, unter anderem durch zusätzliches Wachpersonal, verstärkt“, berichtet die Managerin des Milaneo, Andrea Poul. Sowohl das Center im Europaviertel als auch die Königsbaupassagen am Schlossplatz haben auf diese Weise reagiert. Die beiden Stuttgarter Häuser gehören zum Branchenriesen ECE. Auch das Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) in München ist Teil des Unternehmens. Zusätzlich zum aufgestockten Sicherheitspersonal stehe man in direktem Kontakt mit der örtlichen Polizei, so Poul weiter.

Neues Sicherheitskonzept bereits seit Herbst 2015 verstärkt

Der Schutz von Kunden, Mietern und Mitarbeitern habe Priorität, betont die Centermanagerin. „Aufgrund der veränderten Sicherheitslage haben wir seit dem Herbst 2015 unsere Vorkehrungen weiter verstärkt“, fügt Poul hinzu. Aus Vorsicht wolle man jedoch nicht öffentlich über Details des Sicherheitskonzepts sprechen, berichtet die Milaneo-Chefin.

Die Polizei hat ihre Präsenz in der Stadt nach eigenen Angaben jedoch nicht erhöht – auch wenn Streifenwagen auf Königstraße oder Calwerstraße am Samstagvormittag von zahlreichen Passanten direkt mit dem Amoklauf in München in Verbindung gebracht wurden. „Das ist alles Teil eines ganz normalen Wochenendes“, betont ein Sprecher der Stuttgarter Polizei.

Viele Händler wollen sich nicht öffentlich äußern

Abgesehen von der direkt betroffenen ECE wollen sich die Händler in Stuttgart nicht zu den Vorgängen in München äußern. Ihre Sorge: die Aussage, die Kunden seien vor einem ähnlichen Vorfall komplett geschützt, könnte Nachahmungstäter motivieren, die Sicherheitsmaßnahmen auf die Probe zu stellen. Die Aussage, etwas ähnliches wie in München könne sich jederzeit auch in Stuttgart ereignen, könnte negative Folgen auf die Besucherfrequenz haben.

Ein relevanter Händler der Stadt, der seinen Namen in diesem Zusammenhang ebenfalls nicht in den Medien lesen möchte, erklärt auf Anfrage: „Absolute Sicherheit gibt es nie und nirgends. Wir legen Wert darauf, dass in den Centern hohe und professionelle Sicherheitsstandards und -kräfte eingesetzt werden.“

Die Stuttgarter Cityinitiative (CIS) zeigt sich von den Nachrichten aus München sehr betroffen. Citymanagerin Bettina Fuchs sagt jedoch: „Es wäre unsinnig, sich jetzt zu verstecken. Es gibt keinen Grund, nicht weiterhin in der Stadt zu essen, zu arbeiten oder einzukaufen.“




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