Es geht um das Amt des Handwerkskammerpräsidenten. Drei Kandidaten haben sich dafür vorgestellt. Einer davon ist der Stuttgarter Präsident Reiner Reichhold. Er will sich in der Wahl gegen seine Mitstreitern aus Niederbayern-Oberpfalz und Köln durchsetzen.

Wirtschaft: Ulrich Schreyer (ey)

Stuttgart - Zu Köln war fast schon Karneval: Man sei „stolz, dass künftig ein Kölner das Deutsche Handwerk repräsentieren wird“, teilte die Kreishandwerkerschaft mit. Was die Kölner in Stimmung brachte, war eine Empfehlung des engeren Präsidiums des Zentralverbands des deutschen Handwerks (ZDH). Die Herren um den scheidenden Präsidenten Otto Kentzler befanden, sie seien die Findungskommission und schlugen den Präsidenten der Handwerkskammer zu Köln, Hans Peter Wollseifer, als künftigen Präsidenten vor. Doch noch ist keineswegs ausgemacht, ob nach Kentzler, der der Handwerkskammer Dortmund vorsteht, wieder ein Meister aus Nordrhein-Westfalen an die Spitze des deutschen Handwerks gewählt wird.

Insgesamt gehen bis jetzt drei Kandidaten ins Rennen: Reiner Reichhold, Chef in Stuttgart, Franz Prebeck, der Präsident der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, und eben Hans Peter Wollseifer. Sportler sind sie alle: Reichhold hat erst jüngst in Stuttgart in einer Gruppe von 200 Handwerkern einen Siebenkilometerlauf absolviert, Prebeck lief in seinen Glanzzeiten die 100-Meter-Distanz in 10,3 Sekunden: „Bis jetzt bin ich immer noch der schnellste Niederbayer“, sagt Prebeck. Wollseifer wiederum war früher „ein guter Schwimmer“ und meint „vielleicht ist der Herr Prebeck schneller, aber vielleicht bin ich kraftvoller“.

Alle drei Kandidaten haben sich bereits im engeren Präsidium des Handwerksverbands vorgestellt, jetzt sind sie auf Tournee bei Kammern und den mächtigen Unternehmerverbänden des Handwerks. Jede der 53 Kammern und jeder der 53 Unternehmerverbände – etwa Bäcker oder Dachdecker – hat in der Vollversammlung, die den Präsidenten kürt, eine Stimme.