Stuttgart soll künftig eine lebendige und wirtschaftlich starke, aber auch eine soziale und geeinte Großstadt sein – dieser Wunsch zieht sich durch die Stellungnahmen der unterschiedlichen Verbände zum Amtsantritt von Fritz Kuhn.

Stuttgart - Stuttgart soll künftig eine lebendige und wirtschaftlich starke, aber auch eine soziale und geeinte Großstadt sein – dieser Wunsch wird zum Amtsantritt des neuen Oberbürgermeisters Fritz Kuhn häufig geäußert.

 

„Ich wünsche mir, dass Stuttgart unter dem Oberbürgermeister Fritz Kuhn eine lebenswerte Stadt mit genügend bezahlbarem Wohnraum für alle Arbeitnehmer ist “, sagt der DGB-Regionalvorsitzende Bernhard Löffler. Außerdem müsse der neue OB für bessere Verkehrsverhältnisse auf der Schiene und auf der Straße sorgen. „Und bei Stuttgart 21 gilt natürlich der beschlossene Kostendeckel.“

Gerhard Pfeifer, der Regionalgeschäftsführer beim Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), geht bei diesem Thema noch einen Schritt weiter. „Wir wünschen uns, dass Kuhn bei Stuttgart 21 hart bleibt und Ausstiegsgespräche führt.“ Ansonsten erwartet der BUND vom neuen OB die Entwicklung einer verträglichen Mobilität und Urbanität. „Im dicht besiedelten Stadtgebiet noch vorhandene Freiflächen dürfen nicht zugebaut werden“, so Pfeifer.

Effiziente Verwaltung

Das Handwerk erhofft sich vom neuen Mann an der Rathausspitze vor allem eine effizientere Verwaltung. „Nicht nur das Baurechtsamt muss kundenorientierter arbeiten“, sagt der Hauptgeschäftsführer Claus Munkwitz. Bei den Themen Energiewende, Verkehr sowie Bildung und Betreuung sehen sich die Handwerker hingegen „ganz nah bei Kuhn“.

Beim Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) hält man Kuhns Ziel, den Autoverkehr in der Stadt um 20 Prozent zu verringern, für „ehrgeizig, aber nicht unrealistisch“. „Wir hoffen, dass der neue OB dieses Ziel mit den regionalen Partnern in den Landkreisen konsequent verfolgt“, sagt VVS-Geschäftsführer Horst Stammler. Da ein besserer Nahverkehr auch mehr Geld koste, müsse Kuhn bei Bund und Land für eine zukunftsfähige Finanzierung kämpfen.

Die IHK Region Stuttgart setzt darauf, dass OB Kuhn den intensiven Austausch mit der Wirtschaft in Stuttgart und der Region weiter fortsetzt und für die Belange der Unternehmen ein offenes Ohr hat. „Zugleich hoffen wir, dass er die Stuttgart derzeit prägende Spaltung der Bürgerschaft überwinden hilft“, sagt der Hauptgeschäftsführer Andreas Richter.

Soziales Stuttgart im Fokus

Der Direktor des Caritasverbands Stuttgart, Ulrich Ahlert, wünscht sich einen „guten Dialog“ mit dem neuen OB und hofft, dass Kuhn „auch den Sozialbereich im Kopf hat“. „Außerdem sind wir als Verband auf Mittel der Stadt angewiesen, da wünschen wir uns Planungssicherheit.“

Auch für die Vorsitzende des Stadtseniorenrats, Renate Krausnick-Horst, steht ein soziales Stuttgart im Fokus. Deshalb plädiert sie für mehr bezahlbaren Wohnraum für Senioren. „Oft werden Sozialwohnungen derzeit saniert und sind anschließend kaum noch finanzierbar“, sagt sie. „Besser wäre es, Sozialwohnungen gleich barrierefrei zu planen, um spätere Zusatzkosten zu vermeiden.“

Sieghard Kelle, der Geschäftsführer der Stuttgarter Jugendhaus Gesellschaft, wünscht sich vom neuen OB, „dass er sich dafür einsetzt, dass die jungen Stuttgarter in unserer Stadtgesellschaft noch besser wahrgenommen werden. Sie sollten sich leichter einbringen können, da ein ‚junger Blick‘ auf unsere Stadt die Augen für ungeahnte Potenziale Stuttgarts öffnen kann.“

"Der richtige Partner"

Als geschäftsführender Intendant der Staatstheater setzt Marc-Oliver Hendriks auf Kuhn als „zentralen kulturpolitischen Gestalter“ und auf eine Fortsetzung „des bisher schon konstruktiven, vertrauensvollen und professionellen Dialogs“. Mit Kuhn, so Hendriks, wisse er dafür „den richtigen Partner an unserer Seite“.

Dagmar Mikasch-Köthner, die Direktorin der Volkshochschule Stuttgart, baut darauf, dass die VHS als „starker Bildungspartner im städtischen Bildungsnetzwerk wahrgenommen wird“ und ihre „Potenziale für die Stadt auch vom neuen OB gesehen werden“. Das gelte etwa für die Bildungsarbeit in den Stadtteilen, den Bereich des interkulturellen Miteinanders oder die Bürgerbeteiligung.