Ein Unternehmer aus Weinstadt soll ausländische Lkw-Fahrer systematisch ausgenutzt haben – und kam vor dem Amtsgericht Backnang vergleichsweise glimpflich davon.

Rems-Murr : Frank Rodenhausen (fro)

Ein Unternehmer aus Weinstadt (Rems-Murr-Kreis) hat offenkundig Lastwagenfahrer illegal für sich arbeiten lassen – ohne Lohn, ohne Versicherung. Wie das Hauptzollamt Stuttgart mitteilt, hat das Amtsgericht Backnang den 37-Jährigen deswegen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten auf Bewährung verurteilt. Das Urteil stütze sich auf die Ermittlungen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit.

 

Laut einer Mitteilung der Zollfahnder beschäftigte der Unternehmer in den Jahren 2021 und 2022 insgesamt zwölf Lkw-Fahrer aus Usbekistan illegal in seinem Fuhrunternehmen. Die Männer verfügten lediglich über Kurzzeit-Aufenthaltstitel aus anderen EU-Staaten und hätten laut Gerichtsbeschluss in Deutschland nicht arbeiten dürfen.

Teilweise gar kein Lohn ausgezahlt

Der Firmenchef zahlte ihnen entweder keinen oder einen stark reduzierten Lohn – teilweise unterhalb des gesetzlichen Mindestlohns. Die Fahrer mussten sich zeitweise durch direkte Zahlungen der Speditionskunden über Wasser halten, um sich mit Lebensmitteln versorgen zu können.

Auch bei der Sozialversicherung drückte der Unternehmer beide Augen zu: Keiner der zwölf Fahrer war angemeldet.

Das Gericht verurteilte ihn wegen illegalen Einschleusens von Ausländern mit dem Ziel, sich selbst finanziell zu bereichern. Neben der Bewährungsstrafe muss der Verurteilte 4000 Euro an einen Bewährungshilfeverein zahlen. Das Urteil ist rechtskräftig.