An der Schule in Deizisau Kleinspielfeld wird künftig für alle geöffnet
Der Deizisauer Gemeinderat beschließt eine neue Nutzungsregelung für das Kleinspielfeld auf dem Schulgelände. Bislang dürfen nur Kinder der Schule in die sogenannte Funbox.
Der Deizisauer Gemeinderat beschließt eine neue Nutzungsregelung für das Kleinspielfeld auf dem Schulgelände. Bislang dürfen nur Kinder der Schule in die sogenannte Funbox.
Im vergangenen Jahr haben die Gemeinde Deizisau und die Zehntscheuer eine gemeinsame Aktion gestartet und Kinder und Jugendliche nach ihren Wünschen und Vorstellungen befragt. Ziel war es, die Kinder in der Gemeinde verstärkt ins kommunalpolitische Geschehen einzubeziehen. Ein Ergebnis dieser Beteiligungsaktion war der Wunsch, die sogenannte Funbox – das ist ein Kleinspielfeld auf dem Gelände der Gemeinschaftsschule – für alle zu öffnen. Bislang dürfen nur Kinder der Schule auf die Anlage und zwar montags bis freitags jeweils von 7 bis 17 Uhr. Jetzt hat der Gemeinderat bei nur einer Gegenstimme beschlossen, die Anlage künftig an Werktagen jeweils bis 20 Uhr für alle zugänglich zu machen.
Weil vor der Eröffnung des Kleinspielfelds im Jahr 2017 den Anwohnern zugesichert worden war, dass anfänglich nur Kinder der Schule darauf spielen dürfen und das auch nur unter der Woche während der Schulzeiten, hatte Bürgermeister Thomas Matrohs vor der jetzigen Abstimmung im Gemeinderat das Gespräch mit den Anwohnern gesucht, um „deren Sorgen und Bedenken wahrzunehmen“, wie er während der Sitzung sagte. „Ich habe den Versuch unternommen, einen Kompromiss zu finden“, betonte der Verwaltungschef, räumte aber zugleich ein, der Vorschlag gehe den einen nicht weit genug und den anderen zu weit.
In dem Gespräch hatten sich Anwohner unter anderem darüber beklagt, dass bereits heute schon Kinder und Jugendliche außerhalb der Öffnungszeiten einfach über den Zaun der Funbox kletterten und zudem das Schulgelände als „außerschulischen Treffpunkt“ nutzten – bis weit in die Abendstunden hinein. Mathros hat den Anwohnern deshalb zugesichert, auf die Schule zugehen und die Sache klären zu wollen. Ein entsprechendes Schreiben an die Schule sei bereits verfasst und verschickt worden.
Teil des nun gefundenen Kompromisses zur zukünftigen Nutzung ist, dass die Verwaltung laut Matrohs genau beobachten will, ob die vorgegebenen Zeiten und alle anderen Vorgaben von den Kindern und Jugendlichen eingehalten werden. Eine Ampel, die bei Verstößen auf Gelb springt und im Wiederholungsfall auch auf Rot, soll den Kindern signalisieren, ob alles in Ordnung ist, dass sie besser aufpassen müssen oder dass das Kleinspielfeld nach besonders schweren oder wiederholten Verstößen für eine gewisse Zeit gesperrt ist. Offen ist noch, ob er Zugang zum Kleinspielfeld elektronisch geregelt werden kann, oder ob es eine Lösung mit einem Schlüssel geben wird.
Den Vorschlag von Regine Kaufmann (LED) das unbeleuchtete Spielfeld im Winter nur bis Einbruch der Dunkelheit zu öffnen, und im Gegenzug über eine Nutzung an Samstagen nachzudenken, wies Thomas Matrohs indes zurück. „Der Samstag und der Sonntag sollten einen ruhigeren Charakter haben“, sagte er.
Claudia Künstle-Zeh (CDU) bat Matrohs, das Thema dennoch bei seinem nächsten Gespräch mit den Anwohnern anzusprechen. Hartmut Fischer (FWG) wollte dagegen an der bisherigen Regelung, dass das Kleinspielfeld nur den Schulkindern zur Verfügung steht, festhalten. Das habe er den Anwohnern vor ein paar Jahren persönlich zugesagt. „Ich möchte einfach glaubwürdig bleiben“, sagte Fischer.