Analyse zu VfB Stuttgart gegen Erzgebirge Aue Wie der VfB seine Stärke auf den Rasen bringt

Von Gregor Preiß 

Das 3:0 gegen Erzgebirge Aue zeigt: Wenn sich der VfB Stuttgart in der zweiten Liga nicht verkünstelt und seine Stärken aufs Feld bringt, ist er kaum zu stoppen.

Nach dem Sieg lässt sich die Mannschaft vor der Fankurve feiern. Foto: Baumann 9 Bilder
Nach dem Sieg lässt sich die Mannschaft vor der Fankurve feiern. Foto: Baumann

Stuttgart - Gegen den Kumpelclub aus dem Erzgebirge reicht dem VfB Stuttgart am Samstagmittag eine solide Leistung zu einem weitgehend ungefährdeten 3:0-Erfolg. Wie es dazu kam, analysieren wir in unserer Fünferkette.

Spielidee: Gegenüber dem Pokalaus bei Bayer Leverkusen veränderte Trainer Pellegrino Matarazzo seine Mannschaft auf drei Positionen. Ersatzkeeper Fabian Bredlow musste wieder Gregor Kobel weichen, zudem wurden Roberto Massimo (Wadenverletzung) und Philipp Förster (Bank) durch Atakan Karazor und Mario Gomez ersetzt. In der Abwehr setzte Matarazzo auf eine Dreierkette mit komplett fachfremdem Personal: Wataru Endo spielte auf links, Nat Phillips rechts und Karazor in der Mitte. Der Plan ging auf, der VfB spielte zu Null. Auch im Mittelfeld ordnete der 42-Jährige wieder ein neues Gebilde an, das den defensiven Gegner mit zunehmender Spieldauer ins Wanken brach. „Wir orientieren uns jetzt taktisch mehr am Gegner“, erklärte Doppeltorschütze Daniel Didavi einen signifikanten Unterschied Matarazzos im Vergleich zu Vorgänger Tim Walter.

Lesen Sie hier: Warum es Wataru Endo zum Schnäppchenpreis gibt

Spielentscheidend: Wie schon beim 3:0 gegen den 1. FC Heidenheim brachte der Aufstiegsfavorit seine Stärken auf den Platz. Wobei es weniger eine mannschaftliche Glanzleistung war, was die Mannen in Weiß und Rot vollbrachten, als die viel zitierte hohe individuelle Qualität. War es gegen Heidenheim noch Nicolas Gonzalez, der Löcher in den Abwehrverbund gerissen und den Gegner irgendwann müde gelaufen hatte, zermürbten die Truppe aus dem Erzgebirge vor allem die unorthodoxen Sturmläufe von Silas Wamangituka. Anders gesagt: Sobald einer aus der Abteilung Offensive den Unterschied ausmacht, reicht das gegen die meisten Mannschaften der zweiten Liga schon. Zumindest zu Hause. Warum es auswärts bislang noch nicht funktioniert, erklärte Daniel Didavi so: „Die Spiele haben immer Pokalcharakter. Die Plätze sind meistens schlechter, der Gegner noch einen Tick aggressiver. Da müssen wir uns definitiv steigern.“

Lesen Sie hier die Einzelkritik zum Spiel

Spielentscheider: Der Doppeltorschütze (34./42.) hatte neben Wamangituka den größten Anteil am ungefährdeten Sieg. Matarazzo kann sich den Luxus erlauben, dem so abschlussstarken wie verletzungsanfälligen Techniker wie zuletzt in Leverkusen immer wieder seine Auszeiten zu gönnen. Der Plan geht bislang voll auf. Didavi selbst hat mit diesem Teilzeitmodell überhaupt kein Problem. „Ich bin nicht mehr so eitel wie früher und stelle mich nicht über die Mannschaft. Ich will nur aufsteigen.“

Wortspiel: Trainer Matarazzo hatte sich angesichts von zwei englischen Wochen in Folge einen dreckigen 1:0-Sieg gewünscht. „Jetzt freue ich mich über einen dreckigen 3:0-Sieg“, sagte er. Der 42-Jährige zeigte sich zufrieden mit der Leistung, erkannte aber auch die Schwächen im Spiel seiner Mannschaft. „Es gibt weiterhin viel Luft nach oben.“

Spielplan: Nach vier Spielen in elf Tagen gab Matarazzo seinen Schützlingen zwei Tage frei. Dann geht es weiter mit dem Auswärtsspiel beim VfL Bochum am Montag, 17. Februar (20.30 Uhr), wo der VfB endlich wieder einmal einen Auswärtssieg einfahren möchte. Der letzte liegt schon ein wenig zurück: Das 1:0 in Bielefeld am 27. September.