VfB Stuttgart gegen Borussia Dortmund Der Mut erfasst den VfB viel zu spät

Von Dirk Preiß und  

Kein Mumm, kein Selbstvertrauen, unerklärbare Fehler – das 0:4 des VfB Stuttgart hat gezeigt, dass es für Trainer Markus Weinzierl noch viel Arbeit gibt. Die Erkenntnisse der Partie gegen Borussia Dortmund.

Markus Weinzierl hat sich sein Debüt als Trainer des VfB Stuttgart anders vorgestellt. Foto: Baumann 12 Bilder
Markus Weinzierl hat sich sein Debüt als Trainer des VfB Stuttgart anders vorgestellt. Foto: Baumann

Stuttgart - Das Debüt von Markus Weinzierl als Trainer des VfB Stuttgart ist gründlich in die Hose gegangen. Nach drei frühen Toren war der Plan des Coaches über den Haufen geworfen gewesen. Aber das war nicht das einzige Problem, wie unsere Spielanalyse „Fünferkette“ zeigt.

Spielidee: Vier Mann hinten in der Abwehr, davor drei Mittelfeldspieler, dann Christian Gentner und vorne zwei Stürmer – so schickte der neue Trainer Markus Weinzierl seine Mannschaft ins Duell mit Borussia Dortmund. So sollten die Stuttgarter nicht nur gut stehen, sondern auch nach vorne etwas mehr entwickeln, als es zuletzt der Fall gewesen ist. Teil eins des Plans ging allerdings grundlegend schief, Teil zwei zündete erst in der zweiten Halbzeit so richtig. Da hatte Weinzierl auf eine Dreierkette in der Abwehr umgestellt. „Wir hatten gegenüber den vergangenen Wochen ein deutliches Plus an Chancen“, sagte VfB-Sportvorstand Michael Reschke beim Versuch, das Positive aus dem 0:4 zu ziehen.

Fehler vom „besten Spieler“

Spielentscheidend: Bereits nach drei Minuten war der Plan des VfB, es aus einer gut stehenden Abwehr mit offensiven Nadelstichen zu probieren, komplett über den Haufen geworfen. „So wie wir in der Anfangsphase gespielt haben, so können wir einfach nicht agieren“, sagte VfB-Trainer Markus Weinzierl, der zusehen musste, wie sich seine Viererkette vor dem 1:0 durch Sancho erst auf rechts und vor dem 2:0 durch Reus über links überlaufen ließ. „Mit der Dreierkette nach der Pause ist meine Mannschaft dann besser zurecht gekommen“, ergänzte Weinzierl, der Holger Badstuber als Mittelmann der Kette brachte, was sich positiv auswirkte. Letztlich war der VfB aber als gesamtes Team dem schnellen Umschaltspiel der Dortmunder nicht gewachsen. Hinzu gesellten sich individuelle Fehler wie der Fehlpass von Benjamin Pavard vor dem 0:3. „Dass sich unser bester Spieler so einen Fehler erlaubt“, sagte Weinzierl: „Das spricht für den Gesamtzustand der Mannschaft.“

Spielentscheidender Mix

Spielentscheider: Der Spielentscheider hatte an diesem Samstag in Stuttgart keinen Namen, er trug keine Rückennummer und stand auf keinem Spielberichtsbogen. Der Spielentscheider war ein Mix – aus Zuversicht, Mut und Selbstvertrauen. Diese Mixtur trägt derzeit das Team von Borussia Dortmund in sich, das einen herausragenden Offensivfußball spielt und damit die Tabellenspitze erklommen hat. Und der VfB? Begann sich mal wieder erst dann so richtig zu wehren, „wenn wir mit dem Rücken zur Wand stehen“, wie es Mario Gomez ausdrückte. Der Stürmer fand den Beginn der Partie von VfB-Seite „zu zaghaft“. Und genau das müsse sich ändern: „In einer schlechten Phase musst du die Flucht nach vorn antreten.“ Um Spiele wieder zu den eigenen Gunsten zu entscheiden.

Wortspiel: „Es war sehr schön, nach längerer Pause wieder dabei zu sein. Nach drei Minuten war es dann allerdings nicht mehr schön“, sagte VfB-Trainer Markus Weinzierl über den verpatzten Start ins Spiel mit dem ersten Gegentor durch Jaden Sancho nach gerade einmal drei Minuten.

Spielplan: Am nächsten Samstag tritt der VfB um 18.30 Uhr bei der TSG Hoffenheim an. Dann gilt es für das Schlusslicht aus Stuttgart bereits, eine weitere Niederlage zu verhindern, um nicht frühzeitig den Anschluss ans hintere Mittelfeld zu verlieren. „In der Bundesliga“, sagte Mario Gomez, „kannst du jedes Spiel gewinnen.“