VfB Stuttgart gegen 1. FSV Mainz 05 Viel zu viel Versteckspiel

Von Dirk Preiß 

Der VfB Stuttgart hat den Start in die Rückrunde der Fußball-Bundesliga mit dem 2:3 gegen den 1. FSV Mainz 05 gehörig in den Sand gesetzt. Unsere Spielanalyse „Fünferkette“ zeigt warum.

Der Mainzer Jean-Philippe Mateta machte der Defensive des VfB Stuttgart das Leben schwer. Foto: dpa 11 Bilder
Der Mainzer Jean-Philippe Mateta machte der Defensive des VfB Stuttgart das Leben schwer. Foto: dpa

Stuttgart - 2019 sollte für einen sportlichen Neuanfang stehen beim VfB Stuttgart. Doch im Spiel gegen den 1. FSV Mainz 05 passte zwischen der 10. und der 80. Minute nicht viel im Spiel des VfB Stuttgart – was besonders bitter ist mit Blick auf die kommenden Aufgaben.

Unsere Analyse „Fünferkette“ zeigt, was entscheidend war für die 2:3-Niederlage.

Spielidee: Eine Viererkette in der Abwehr, davor Dennis Aogo als Sechser, dann noch eine Viererreihe hinter Stürmer Mario Gomez – das war der Plan von VfB-Trainer Markus Weinzierl. Der nicht aufging. Die Mainzer agierten in einer 4-4-2-Ordnung mit einer Mittelfeldraute – und gerade die Mittelfeldspieler Jean-Paul Boetius und Jean-Philippe Gbamin schafften es immer wieder recht mühelos an der ersten Absicherungslinie des VfB vorbei bis direkt vor die Abwehr. Zur Pause reagierte Weinzierl und stellte Christian Gentner und Santiago Ascacibar als Doppelsechs vor die eigene Abwehrreihe.

Spielentscheidend: Wer sich die Namen der beiden Teams auf dem Spielberichtsbogen anschaut, kommt nicht automatisch zu dem Schluss, dass die Mainzer gegen den VfB Vorteile haben müssen. Aber: Die 05er traten in Stuttgart mit Überzeugung und körperlicher Präsenz auf. Über die „Selbstverständlichkeit“ im eigenen Spiel freute sich der FSV-Trainer Sandro Schwarz. Beim VfB dagegen regierte vor allem nach dem 0:1 wieder die Verunsicherung. „Die Mainzer waren uns physisch in zu vielen Zweikämpfen überlegen“, sagte VfB-Sportvorstand Michael Reschke. Abwehrspieler Marc Oliver Kempf gab zu: „Wir verstecken uns, keiner will einen Fehler machen.“ Diese Grundhaltung war am Ende entscheidend.

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Spielentscheider: 21 Jahre jung, 1,92 Meter groß, 84 Kilogramm schwer – von denen einiges an Muskulatur dabei ist. Keine Frage: Jean-Philippe Mateta ist eine Wucht. Und bringt eine solche ins Spiel des 1. FSV Mainz 05. Die ansonsten meist souveränen VfB-Abwehrrecken Marc Oliver Kempf und Timo Baumgartl hatten jedenfalls so ihre liebe Mühe mit dem Mainzer Stürmer, der dazu noch im Duett mit Robin Quaison agierte. Mateta erzielte das 2:0 und beschäftigte die VfB-Defensive bis zu seiner Auswechslung in der 87. Minute. Das war ein wichtiger Schlüssel zum Mainzer Erfolg.

Wortspiel: „Hoffnung macht eigentlich alles.“ Sagte Steven Zuber, der Neuzugang des VfB Stuttgart. Der von der TSG Hoffenheim ausgeliehene Schweizer stand gleich in der Startelf, hatte zu Beginn einige gute Aktionen, konnte darüber hinaus aber dem Spiel noch keinen Stempel aufdrücken. Dass er dennoch hoffnungsfroh ist, hat aus seiner Sicht mit den Trainingsleistungen seines Teams zu tun. Vor allem die ersten 80 Minuten der Partie gegen Mainz 05 geben dagegen eher wenig Anlass zu Optimismus.

Spielplan: Wie wichtig ein Sieg gegen den 1. FSV Mainz 05 gewesen wäre, zeigt der Blick voraus: Am kommenden Sonntag (15.30 Uhr) wird der VfB von der Reise nach München zum FC Bayern wohl ohne Punkte nach Hause kommen. Danach ist der SC Freiburg in Stuttgart zu Gast – und der Druck auf den VfB gewaltig. „Da geht es um alles“, sagte VfB-Abwehrspieler Timo Baumgartl auch mit Blick auf das dann folgende Duell mit Fortuna Düsseldorf.