Analyse zur Gewerbegebieten im Kreis Regionale Planung nötig

Die Region will an der A 81 Logistiker ansiedeln – was den Kommunen nicht gefällt. Foto: dpa
Die Region will an der A 81 Logistiker ansiedeln – was den Kommunen nicht gefällt. Foto: dpa

Vier neue Gewerbegebiete entlang der A 81 sind von Region und Wirtschaftsministerium genehmigt – doch die Kommunen rufen nicht Hurra. Ein Beispiel, wie schwierig regionale Planung ist.

Politik: Rafael Binkowski (bin)
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Kreis Ludwigsburg - Eigentlich müssten die Bürgermeister von Bietigheim-Bissingen, Schwieberdingen, Korntal-Münchingen und Ingersheim Hosianna rufen. Nach dem Regionalverband hat jetzt auch das Wirtschaftsministerium vor gut einer Woche grünes Licht für vier Gewerbegebiete entlang der A 81 gegeben. Großbottwar und Pleidelsheim-Murr sind hingegen schon vor einem Jahr im internen Wettbewerb leer ausgegangen. Viele andere Kommunen lechzen nach Gewerbeflächen, die Expansionslust auch der kleinen Handwerker und Mittelständler findet kaum noch Grenzen. Der Regionalplan will oft solche Grenzen setzen, um Flächenfraß zu vermeiden, und bildet Schwerpunkte.

Logistiker sind für Kommunen wenig attraktiv

Doch genau da beginnt das Problem für die vier Kommunen. Denn der Regionalverband sieht für die vier Standorte vorwiegend Logistiker vor, um an anderer Stelle solche nicht zuzulassen und einen Cluster zu bilden. Das macht zwar an der Autobahn durchaus Sinn, doch sind solche Unternehmen für Städte und Gemeinden wenig attraktiv. Sie brauchen verhältnismäßig viel Fläche, schaffen nur wenig Arbeitsplätze, sorgen für viel Verkehr und zahlen meistens nur wenig Gewerbesteuer.

Kein Wunder, dass sich die Euphorie in den Rathäusern in Grenzen hält. Der ursprünglich vorgesehene Standort Pleidelsheim-Murr als Logistikzentrum ist sogar am Widerspruch des Pleidelsheimer Gemeinderates gescheitert, und das Gebiet Holzweiler Hof bei Großbottwar wurde durch das Veto des Landrats verhindert.

Die großräumigen Planer der regionalen Wirtschaftsförderung mögen einen Bedarf für Logistikunternehmen im nördlichen Kreis Ludwigsburg ausgemacht haben – doch das deckt sich nicht mit den Interessen vor Ort. Das Beispiel zeigt, wie schwierig regionale Planung ist. Die Debatte über Einkaufsmärkte außerhalb der Zentren ist allen noch gut im Ohr. Es gilt daher, Kompromisse zu finden, die beiden Anforderungen gerecht werden.




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