Anbindung der Waldebene Ost Ein eigener Bus nur für die Sportvereine?

Von Thomas Graf-Miedaner 

Nach der eingestellten Linie 64 soll eine neue Linie die Waldebene Ost erschließen. Bei der Stadt Stuttgart wird demnächst über das genaue Konzept beraten – und auch darüber, wer mitfahren darf.

Der Weg zu den Sportvereinen auf der Waldebene Ost Foto: Thomas Graf-Miedaner
Der Weg zu den Sportvereinen auf der Waldebene Ost Foto: Thomas Graf-Miedaner

S-Ost -

Noch in diesem Jahr soll eine neue Buslinie die Waldebene Ost mit dem Stadtbezirk verbinden (wir berichteten). Sie soll am Ostendplatz starten und zum Parkplatz bei der Spvgg Stuttgart-Ost auf der Waldebene fahren. Ein Start am Ostendplatz war schon für das nach der Pilotphase wieder eingestellte Projekt der Linie 64 gefordert worden, die Linie war allerdings an der Haltestelle Buchwald gestartet. Eigentlich könnten sich die Handels- und Gewerbevereine (HGV) im Osten, die seit Langem eine Verbindung vom Ostendplatz zur Waldebene und zurück gefordert hatten, jetzt freuen. Aber: „Da der Bus nur für Vereinsmitglieder gedacht ist, tangiert er uns nicht mehr“, sagt Peter Metzler, der Vorsitzende des HGV Gablenberg. Allerdings ist nach Angaben der Stadt noch gar nicht entschieden, wie das neue Buskonzept genau aussehen wird und wer genau damit fahren darf.

Gleich mehrere Ämter beraten

„Der Gemeinderat hat im Doppelhaushalt 2020/2021 Mittel bereitgestellt, um eine Busverbindung zur Waldebene-Ost einzurichten. Der Grund dafür ist die schlechte Anbindung bzw. Erreichbarkeit des dortigen Sportgebiets“, heißt es in einer Antwort der Pressestelle der Stadt auf eine Anfrage dieser Redaktion. „In Vorgesprächen wurde deutlich, dass der Bus für Jugendliche der Vereine Waldebene-Ost eine sichere Verbindung zu den Sportbereichen herstellen soll. Verschiedene Ämter werden sich verwaltungsintern zusammensetzen, um die Optionen und Rahmenbedingungen noch einmal auszuloten und das weitere Vorgehen festzulegen. Erst danach kann über die Planungen und voraussichtliche Ausgestaltung dieser Busverbindung nähere Auskunft gegeben werden.“

Bisher festzustehen scheint, dass auf der Linie ein Kleinbus mit 25 Plätzen, der in den Haupttrainingszeiten der Vereine von etwa 16 bis 20.30 Uhr verkehrt, eingesetzt werden soll. In die jetzt anstehenden Gespräche sollen auch die Erfahrungen vom Schulverwaltungsamt mit Schulbussen oder auch vom Bäderamt mit den „Bäderbussen“ einfließen. Neu ist die Linienführung, die nicht über Buchwald zur Waldebene führt, sondern über die Wagenburgstraße und die Stadtbahn-Haltestelle Geroksruhe. Der Gemeinderat hat jeweils 83 000 Euro für dieses und das nächste Jahr bereitgestellt. Ein Start­termin steht noch nicht fest.

Hoffen auf Start nach den Sommerferien

Bei den Vereinen auf der Waldebene hofft man auf einen Beginn nach den Sommerferien. Eine Lösung, die offen für alle ist, hätte man hier begrüßt, da sie für die Vereinswirte ein Gewinn gewesen wäre. „Für uns steht an erster Stelle, dass die Jugendspieler zuverlässig ohne Elterntaxi zum Training kommen“, sagt Michael Dalaker, der Geschäftsführer des neugegründeten FSV Waldebene und Vorsitzender beim SV Gablenberg. „Die Nachfrage bei unseren Mitgliedern nach einem Busanschluss ist hoch.“ Warum es mit dem ursprünglichen Pilotprojekt Linie 64 trotzdem nicht geklappt hat, habe vor allem am Anschluss in Buchwald gelegen: „Da der 45er vom Ostendplatz wegen des Verkehrs oft Verspätung hat, wurde im Buchwald der Anschluss verpasst“, sagt Dalaker.

Die Bezirksvorsteherin von Stuttgart-Ost, Charlotte Eskilsson, fände eine Buslinie im Regelbetrieb besser. „Es sollten nicht nur Vereinsmitglieder mit dem Bus auf die Waldebene kommen.“ Sollte es zu doch zu einem solchen Konzept beispielsweise ausschließlich für Jugendliche kommen, werde der Bezirksbeirat sicherlich hinterfragen, wie das Angebot erweitert werden könnte. Wie es im Fall des Falles funktionieren soll, dass nur eine bestimmte Gruppe den Bus nutzen darf, obwohl er die üblichen SSB-Haltestellen anfährt, ist nicht nur der Bezirksvorsteherin unklar.

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