Andrea Berg Konzert in Aspach Ein Feuerwerk im Sommerhimmel

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Beim zehnten Heimspiel macht Andrea Berg ihre Fans wieder nach allen Regeln der Kunst glücklich.

Heimspiel für Andrea Berg. Am Freitagabend hat die Schlagersängerin das erste von zwei Konzerten in Aspach gegeben. Foto: Gottfried Stoppel 39 Bilder
Heimspiel für Andrea Berg. Am Freitagabend hat die Schlagersängerin das erste von zwei Konzerten in Aspach gegeben. Foto: Gottfried Stoppel

Aspach - Viertel vor zwölf stehen die drei Männer an ihrer Seite hinter dem Mischpult. „Aber bitte mit Sahne“, singen Florian Silbereisen, DJ Bobo und Uli Ferber. Der Schlagersänger, „Fan und Freund“, der Hauschoreograf und der Ehemann sehen von Block H aus hinunter in die ausverkaufte Arena, wo die Handys blinken. Mit dem Schlagermedley kurz vor Mitternacht geht das zehnte „Heimspiel“ von Andrea Berg in die Verlängerung. Es folgen natürlich noch die großen Hits „Tausendmal belogen“ und „Ich liebe das Leben“ – dann endet die Show mit einem gewaltigen Feuerwerk, das in den sommerlichen Nachthimmel steigt.

Eine 28 mal 16 Meter große Bühne, ein 16 Meter langer Laufsteg, Licht und Sound mit insgesamt 264 000 Watt und mindestens sieben verschiedene Kostüme: Wenn Andrea Berg auftritt, darf es schon ein bisschen mehr sein. So knattert die Schlagersängerin diesmal im modernen Squaw-Outfit auf dem Motorrad zu ihrem Auftritt. Ihre Haare sind nicht mehr signalrot, sondern mahagonibraun – steht ihr. Zur Show gehören wie üblich Balletteinlagen, aufsteigende Luftballons, Rauch und Feuer. Auch die zehnte Ausgabe des Kult-Open-Airs in der Wahlheimat der gebürtigen Krefelderin hat wieder der Schweizer DJ Bobo als kreativer Kopf entwickelt.

Am Freitag und Samstag lockten die beiden lange ausverkauften Open-Air-Konzerte mehr als 30 000 Besucher in die Mechatronik-Arena. Wer mochte, durfte am Sonntag zum Frühschoppen ins Stadion kommen; als Nachtisch gab’s ein Autogramm. Der aufgeräumte Weinort war am Wochenende quasi von den Fans vereinnahmt worden. Im Umkreis von zwanzig Kilometern waren sämtliche verfügbaren Hotelbetten ausgebucht, es gab eigene Campingplätze und Busparkplätze neben den Weizenfeldern. Und während Andrea Berg und Uli Ferber – zum Zehnjährigen gab‘s einen Hundewelpen als Geschenk – die VIP-Gäste in der Blockhütte begrüßten, zuckelten die anderen Besucher aus ganz Deutschland noch kilometerlang Stoßstange an Stoßstange nach Hause.

Die weiteste Anreise hatte ein Fan aus Australien: Luftlinie fast 16 000 Kilometer, reine Flugzeit mehr als 30 Stunden. Zur Belohnung durfte er seinen Star auf der Bühne umarmen. Das kleine Gespräch geriet vor lauter Aufregung schwer verständlich – Schwamm drüber, die Sängerin weiß, was ihr Publikum wünscht. „Es macht mich glücklich, wenn ich sehe, dass die Menschen die Gefühle beim Konzert mit mir teilen und zu mir nach Hause kommen“, sagt sie. Wenn auch das Open Air von Jahr zu Jahr gewachsen sei, sei die Stimmung, der Festivalcharakter gleich geblieben. „Es sind immer wieder magische Nächte mit ganz viel Gefühl und Liebe.“

Dahinter stecken harte Arbeit und eine durchdachte Logistik. Die Entwicklung der Show und die Proben dauerten mehr als ein halbes Jahr, und es waren insgesamt 128 Menschen beteiligt: Künstler, Techniker, Roadies, Stylisten, Fahrer. Die achtköpfige Band verschwand fast in der bombastischen digitalen Kulisse: ein aufgetakeltes Segelschiff, das Lava zu verströmen schien, eine korallenbunte Unterwasserwelt, eine blumenbekränzte Himmelstreppe. . Kaum zu glauben, dass es beim ersten Konzert nur eine kleine Bühne und eine Würstelbude gab. Nach Aspach geht die Open-Air-Tour nach Mönchengladbach, Dresden und Berlin - mit acht Trucks für die Technik. Der Termin fürs nächste „Heimspiel“ steht: 22. und 23. Juli 2016.